Trump beschimpft Ex-FBI-Chef als ″Lügner″ und ″Schleimbeutel″ | Aktuell Welt | DW | 13.04.2018
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USA

Trump beschimpft Ex-FBI-Chef als "Lügner" und "Schleimbeutel"

Um es vorsichtig zu formulieren: US-Präsident Trump und Ex-FBI-Chef Comey mögen sich nicht. Trump ähnele einem Mafia-Boss, so Comey. Der Präsident kontert: das seien nur die Worte eines "verlogenen Schleimbeutels".

Comey habe nachweislich gelogen und gesetzeswidrig vertrauliches Material weitergegeben, schrieb Trump auf Twitter. "Er ist ein schwacher und unehrlicher Drecksack, der, wie die Zeit bewiesen hat, ein schlechter FBI-Direktor war", schrieb Trump. "Es war mir eine große Ehre, James Comey zu feuern!"

Der ehemalige FBI-Direktor hat ein Buch über die Zeit vor seiner Entlassung geschrieben und darin unter anderem Inhalte von Gesprächen mit Trump geschildert. In einem Interview mit dem Sender ABC sagte er unter anderem, Trump sei es nie darum gegangen, Russlands Beeinflussung der US-Gesellschaft zu unterbinden, sondern lediglich darum, den Einfluss auf das Wahlergebnis als möglichst gering darzustellen. Trump selbst verglich er mit einem Mafiaboss.

Größer als das Amt

Das Buch mit dem Titel "A Higher Loyalty: Truth, Lies and Leadership" (deutscher Titel: "Größer als das Amt: Auf der Suche nach Wahrheit - der Ex-FBI-Direktor klagt an") erscheint am Dienstag. US-Medien veröffentlichten bereits Auszüge.

Laut "New York Post" berichtet Comey in dem Buch zudem, dass Trump ihn mehrfach aufgefordert habe, Gerüchte über ein angebliches Sexvideo mit russischen Prostituierten in einem Moskauer Hotelzimmer zu untersuchen. Das Video war in einem umstrittenen Dossier eines früheren britischen Geheimagenten erwähnt worden, das kurz vor Trumps Amtsantritt im Januar 2017 hohe Wellen geschlagen hatte.

Sollte es Melania nicht wissen?

Trump habe vor allem seiner Frau Melania beweisen wollen, dass dieses Video nicht existiere, schreibt Comey laut dem Fernsehsender ABC. Trump habe die Vorwürfe strikt zurückgewiesen und die "vermutlich rhetorische" Frage gestellt, ob er denn ein Typ sei, "der auf die Dienste von Prostituierten angewiesen ist".

Trump hatte Comey im Mai 2017 überraschend entlassen. Der Präsident begründete den Rauswurf unter anderem mit den FBI-Ermittlungen zur Russland-Affäre - also zu den mutmaßlichen Einmischungen Russlands zugunsten Trumps im Wahlkampf und möglichen illegalen Verbindungen von Trump-Mitarbeitern nach Moskau. Nach seiner Entlassung sagte Comey im Senat aus, er sei wegen der Ermittlungen bedrängt worden.

Nach der Entlassung des FBI-Direktors stieg der Druck auf Trump allerdings weiter. Der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein setzte den früheren FBI-Chef Robert Mueller als Sonderermittler auf die Affäre an. Mueller geht auch dem Verdacht einer möglichen Justizbehinderung durch den Präsidenten nach.

haz/bru (dpa, afp, rtr)