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Pressemitteilungen

Truly.Media: EU-Parlament beeindruckt – Amnesty International erster Nutzer

Die DW hat mit ihrem griechischen Projektpartner Athens Technology Center die Plattform „Truly.Media“ in Brüssel vorgestellt. Neben der DW wird künftig auch Amnesty International die Verifizierungsplattform nutzen.

Deutschland Protest zum Auftakt des Prozesses gegen Steudtner und weitere Menschenrechtler in Berlin (Imago/C. Ditsch)

Amnesty International nutzt Truly.Media, um Informationen zu prüfen, die im Kontext mit Menschenrechtsverletzungen stehen; im Bild eine Aktion gegen Inhaftierungen in der Türkei

Das Projekt Truly.Media unterstützt Medienschaffende und auch Organisationen der Zivilgesellschaft dabei, digitale Inhalte, insbesondere aus Sozialen Medien, auf ihre Echtheit zu überprüfen – ob Text, Foto oder Video oder auch die Informationsquelle.  

Bei Ereignissen mit hohem Nachrichtenwert werden Soziale Netze schnell mit Informationen „überflutet“. Oft handelt es sich dabei um Fehlinformationen, Spekulationen, oder auch Manipulation. Den Wahrheitsgehalt von Informationen, die in Sozialen Medien zirkulieren, teilautomatisiert und vor allem kollaborativ und in Echtzeit zu überprüfen – das ist der Kern von Truly.Media. Die Verifizierung kann durch Einzelpersonen oder innerhalb dedizierter Teams erfolgen, sogar über Redaktions-  oder Organisationsgrenzen hinweg. Bei der Entwicklung der Web-basierten Plattform wurden sowohl Journalisten – unter anderem der DW – als auch Vertreter von Menschenrechtsorganisationen einbezogen. 

Wilfried Runde (DW) und Yannis Kliafas (ATC) erläuterten die Möglichkeiten von Truly.Media am Dienstag, 21. November, in Brüssel auf Einladung des STOA-Ausschusses des Europäischen Parlaments (STOA steht für „Science and Technology Options Assessement“). 

Die Vorsitzende des STOA-Referats, die griechische EU-Abgeordnete Eva Kaili, sagte im Anschluss an die Präsentation: „Truly.Media ist ein beeindruckendes Werkzeug, das Journalisten und Menschenrechtsorganisationen bei ihrer Arbeit gegen Falschinformationen unterstützt. Es ist großartig, dass europäische Entwicklungsförderung hier als Auslöser wirken konnte und bei die Entstehung einer so vielversprechenden Plattform geholfen hat. Ich glaube auch, dass die Politik davon profitieren kann, wenn wir neue Technologien benutzen, um bei Wahlen überall auf der Welt eine Reputationskrise zu verhindern.“

Unangenehme Wahrheiten

Als erste Organisation neben der Deutschen Welle nutzt Amnesty International (AI) Truly.Media demnächst im Regelbetrieb. Amnesty setzt die Plattform insbesondere zur Verifizierung von Informationen ein, die im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen stehen. Das „Crisis Response Team“ von AI hat im Testbetrieb positive Erfahrungen mit der Plattform gemacht: „Wenn öffentliche Amtsinhaber unangenehme Wahrheiten als Fake News deklarieren, oder wenn Inhalte in den Sozialen Medien vorgeben, etwas zu zeigen, was nicht so ist, muss Amnesty International in der Lage sein zu reagieren. Basierend auf gründlicher, systematischer Recherche und Verifikationsmethoden“, sagt Tirana Hassan, Amnesty Internationals Crisis Response Director. „In Partnerschaft mit führenden Universitäten auf der ganzen Welt hat unsere Digitale Verifizierungs-Abteilung (Digital Verification Corps) uns schon zum Vorreiter der digitalen Revolution in der Menschenrechtsarbeit gemacht. Wir sind zuversichtlich, dass unsere Zusammenarbeit mit Truly.Media diese entscheidende Arbeit auf die nächste Stufe bringen wird.“

DW-Intendant Peter Limbourg begrüßt ausdrücklich, dass die neue Softwareplattform Menschenrechtsorganisationen bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützen kann:„Mit truly.Media können wir Fälschungen im Netz besser aufdecken. Das Projekt zeigt das Innovationspotenzial der Deutschen Welle auch in diesem Bereich. Dass gerade Amnesty International die Plattform nutzen wird, macht uns stolz und zeigt, dass es einen echten Bedarf für Truly.Media gibt.“

Die Entwicklung der Verifizierungsplattform Truly.Media, die im Juni 2016 startete und auf 15 Monate angelegt war, wurde gefördert aus dem Innovation Fund der Google Digital News Initiative und basiert auf Ergebnissen aus EU-kofinanzierten Forschungsprojekten der DW.

 

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