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Aktuell Welt

Trotz Ramadi: IS bleibt tödliche Gefahr

In der zentralirakischen Stadt musste die Terrormiliz eine Schlappe hinnnehmen. Doch bedeutet dies nach Einschätzung von Sicherheitskreisen keine entscheidende Schwächung der Dschihadisten.

Irak Ramadi Rückeroberung Gebet Feier(Foto: picture-alliance/dpa/A. Abbas)

Dankgebet nach dem Vorrücken der irakischen Armee in Ramadi. Doch ist die Terrormiliz wirklich geschwächt?

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist auch nach dem Verlust großer Teile von Ramadi und weiterer Städte im Irak in ihrer Handlungsfähigkeit nicht nachhaltig geschwächt, sondern weiter in der Lage, "offensive Aktionen" durchzuführen. Zu dieser Einschätzung seien Sicherheitskreise gelangt, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS), ohne diese Quelle weiter zu spezifizieren. Danach gilt es als wahrscheinlich, dass der IS nach der Niederlage in Ramadi nun auf Entlastungsangriffe und Vergeltungsaktionen setzt.

Auch auf die Bedrohung durch Luftangriffe der Anti-IS-Koalition hätten sich die Dschihadisten durch eine Reihe taktischer Maßnahmen eingestellt, heißt es weiter. So vermeidet die Terror-Organisation nach Angaben der Sicherheitskreise großangelegte Truppenbewegungen, tarnt sich besser und nutzt für Angriffe die Nacht und Schlechtwetterphasen. Auch die Zahl der IS-Kämpfer habe sich trotz zahlreicher militärischer Niederlagen nicht deutlich verringert. "Erlittene Verluste können ohne nachhaltige Funktionseinbußen schnell kompensiert werden, zitiert die FAS einen Sicherheitsexperten.

Weiter Gegenangriffe und Geiselnahmen

Die irakische Armee meldete unterdessen weitere Geländegewinne im Kampf gegen den IS. Die Regierungstruppen hätten den Dschihadisten weitere Viertel im Norden von Ramadi abnehmen können, erklärte ein Sprecher der Streitkräfte. Bei den Gefechten seien sowohl Extremisten als auch irakische Soldaten getötet worden. Einige Familien, die von IS-Kämpfern festgehalten worden waren, seien befreit worden.

Das irakische Militär Armee hatte die Stadt 100 Kilometer westlich von Bagdad, die im Mai von der Terrormiliz überrannt worden war, am Montag für befreit erklärt. Allerdings sind noch immer nicht alle Viertel Ramadis vollständig unter Kontrolle des Militärs. In einigen Stadtteilen vor allem im Norden und Osten sollen die Dschihadisten weiter Gegenangriffe starten. Auch würden sie weiterhin Familien als Geiseln nehmen.

13 Tote bei Selbstmordanschlag nahe Tikrit

Bei einem Angriff von fünf Selbstmordattentätern auf einen Militärstützpunkt im Irak wurden Sicherheitskreisen zufolge mindestens 13 Soldaten getötet und 22 verletzt. Zwei Attentäter hätten ihr mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug vor der Zufahrt einer Kaserne nahe der Stadt Tikrit zur Explosion gebracht. Drei weitere Angreifer seien dann in den ehemaligen US-Stützpunkt nördlich von Bagdad eingedrungen und hätten sich dort in die Luft gejagt. Der IS bekannte sich zu dem Anschlag. Im vergangenen April war die Extremistenmiliz aus Tikrit vertrieben worden.

sti/qu (FAS, dpa, ap, rtr)

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