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Ungleichheit in Deutschland

Trotz guter Konjunktur: Armutsrisiko für Kinder steigt

Die schwarze Null steht, die Wirtschaft wächst, die Konjunktur ist gut. Nur: Die Gefahr, in die Armut abzurutschen, ist in Deutschland nicht geringer geworden.

Deutschland Symbolbild Kinderarmut (picture-alliance/dpa/J. Kalaene)

Für Kinder und Heranwachsende ist das Armutsrisiko gestiegen

Das Armutsrisiko in Deutschland ist trotz guter Konjunktur im bundesweiten Durchschnitt nicht gesunken, für Kinder und Heranwachsende ist es sogar leicht gestiegen. Mittlerweile ist jeder fünfte Minderjährige von Armut bedroht, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.2016 waren laut dem Statistischen Bundesamt 20,2 Prozent der unter 18-Jährigen durch Armut gefährdet, ein neuer Höchststand.

Der Paritätische Gesamtverband wertete die aktuellen Zahlen als "Armutszeugnis" für die Bundesregierung. "Es ist einfach eine Schande, wenn immer mehr Kinder in Deutschland in Armut leben müssen", erklärte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Er forderte von der künftigen Regierung einen "Masterplan zur Bekämpfung der Armut".

Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland

Außerdem sind Erwerbslose, Alleinerziehende und ihre Kinder sowie Menschen mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich armutsgefährdet. Barbara Eschen, Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz, warf der Koalition vor, sie habe kaum etwas getan, um die soziale Benachteiligung von Frauen und von Menschen mit Migrationshintergrund zu überwinden.

Das Armutsrisiko ist eine relative Größe: Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland zur Verfügung hat. Bundesweit liegt diese Quote seit 2015 konstant bei 15,7 Prozent. In Ostdeutschland liegt der Anteil der armutsbedrohten Menschen fast drei Prozent höher, bei 18,4 Prozent. Weit über dem Durchschnitt lagen die Bundesländer Bremen (22,6 Prozent), Sachsen-Anhalt (21,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (20,4 Prozent). Allerdings weisen die Statistiker selbst darauf hin, dass die vorgestellten Zahlen von 2016 nur eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar seien, weil auf eine neue Stichprobe umgestellt wurde.

sas/pab (afp, epd)

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