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Europa

Trotz Großfahndung noch keine heiße Spur

Nach dem tödlichen Bombenanschlag läuft die größte Fahndungsaktion in der Geschichte Mallorcas. Resultat bislang: Fehlanzeige. Derweil traf das spanische Königspaar zu seinem Sommerurlaub auf der Insel ein.

Guardia-Civil-Beamte in Palmanova (Foto: dpa)

Guardia-Civil-Beamte in Palmanova

Wie die Zeitung "El País" am Samstag (01.08.2009) berichtete, sind insgesamt 1600 Polizeibeamte im Einsatz, um die Attentäter dingfest zu machen. Die Ermittler gehen weiter davon aus, dass die Terroristen, die den Bombenanschlag am Donnerstag verübten, der baskischen Untergrundorganisation ETA angehören und sich wahrscheinlich noch auf Mallorca versteckt halten. Laut Medien wird weiter nach einem Paar gesucht, das sich kürzlich ein Zimmer in einem Hotel gemietet hat. Bei der Explosion in der Stadt Palmanova waren zwei Polizisten der Guardia Civil getötet worden.

Am Samstag gab es erneut strenge Kontrollen an den Häfen und auf dem Flughafen der Ferieninsel. "Es soll niemand Mallorca verlassen, ohne identifiziert zu werden", sagte der Präfekt der Balearen, Ramón Socías. Die Polizei suchte unter anderem in billigen Herbergen und leerstehenden Wohnungen nach den Terroristen. Die Fahnder schließen allerdings auch nicht aus, dass die Attentäter Mallorca bereits verlassen haben und auf dem spanischen Festland oder in Frankreich untergetaucht sind.

Yachthafen in Port d'Andtratx auf Mallorca (Foto: AP)

Die Häfen der Insel wurden von der Polizei streng kontrolliert

Sprengsatz hatte einen Zeitzünder

Denn: Wie inzwischen bekannt wurde, hatte die Bombe einen Zeitzünder. Das könnte nach Medienberichten bedeuten, dass die Täter den Sprengsatz bereits in der Nacht zum Donnerstag an dem Polizeifahrzeug angebracht haben, wo er Stunden später explodierte. Damit hätten sie auch genügend Zeit gehabt, Mallorca zu verlassen, bevor die Polizei die Insel abriegelte.

Neben dem Auto der beiden Opfer war noch ein weiterer Polizeiwagen von den Terroristen mit einer ähnlichen Bombe versehen worden. Diese wurde aber rechtzeitig entdeckt und kontrolliert gezündet.

Juan Carlos fühlt sich sicher

Ungeachtet des Anschlags trat am Samstagabend die spanische Königsfamilie ihren Sommerurlaub auf der Baleareninsel an. Er sei froh und fühle sich sicher, sagte König Juan Carlos bei der Ankunft auf dem Flughafen. Die Bemühungen zur Zerschlagung der ETA müssten indes fortgesetzt werden. Anschließend fuhr der 71-Jährige mit Königin Sofia zur königlichen Sommerresidenz in der Nähe von Palma.

Das Königspaar verbringt traditionell einen Teil des Urlaubs auf der Mittelmeerinsel. Die Residenz liegt nur etwa acht Kilometer vom Badeort Palmanova entfernt, dem Schauplatz des jüngsten Attentats. Im Jahr 1995 hatte die ETA auf Mallorca versucht, Juan Carlos zu töten.

König Juan Carlos und Königin Sofia begrüßen Angehörige der Guardia Civil auf dem Militärflughafen in Son San Joan (Foto: AP)

König Juan Carlos und Königin Sofia begrüßen Angehörige der Guardia Civil auf dem Militärflughafen in Son San Joan

Die Regionalregierung der Balearen entschuldigte sich unterdessen bei den Mallorca-Urlaubern für die durch verstärkte Sicherheitsmaßnahmen entstandenen Unannehmlichkeiten. "Wir danken den Touristen für die Geduld und die Solidarität, die sie in dieser Extremsituation bewiesen haben", heißt es in einer in Palma veröffentlichten Erklärung. Mallorca werde auch in Zukunft ein attraktives und sicheres Reiseziel sein. (gri/wl/dpa/ap/afp)

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