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Amerika

Tropensturm im Golf von Mexiko

Bislang sieht es so aus, als ob Tropensturm "Alex" am Bohrleck im Golf von Mexiko vorbeizieht. Doch die Hurrikan-Saison hat in der Region gerade erst begonnen. BP und Shell räumen vorsorglich ihre Bohrplattformen.

Rote Fahne wegen Sturms am Strand von Cancun in Mexiko (Foto: AP)

Rote Fahne wegen "Alex" am Strand von Cancun in Mexiko

Angesichts des drohenden Tropensturms "Alex" haben die Öl-Konzerne BP und Shell mit der Räumung ihrer Bohrplattformen im Golf von Mexiko begonnen. Nach einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN holte Shell rund 300 Arbeiter von den Plattformen. Ähnliche Vorkehrungen traf auch BP. Diese Schutzmaßnahmen vor dem Sturm würden die Anstrengungen des Konzerns bei der Bekämpfung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nicht beeinträchtigen, sagte BP-Sprecher Neil Chapman dem Sender.

Den Vorhersagen zufolge sollte "Alex" von Mexiko kommend zwar nicht direkt Kurs auf das Bohrleck nehmen. Meteorologen verwiesen jedoch darauf, dass sich dies noch ändern könnte. Außerdem hat die Tropensturm-Saison in der Region gerade erst begonnen.

Küstenwache: Sturm bedeutet zwei Wochen Zwangspause

Von der Ölpest verschmutzter Vogel in Bataria Bay im US-Staat Louisiana versucht auf eine Absperrung im Wasser zu steigen (Foto: AP)

Von der Ölpest verschmutzter Vogel in Bataria Bay, Louisiana

Die Säuberungsarbeiten an den Öl-verschmutzten Küsten am Golf von Mexiko und das Abpumpen der Ölmengen vom Wasser aus können laut Thad Allen von der Küstenwache durch einen Sturm durchaus behindert werden. Er erklärte am Samstag (26.06.2010), sollten Böen Geschwindigkeiten von mehr als 74 Kilometer pro Stunde erreichen, würden die Arbeiten an dem defekten Bohrloch eingestellt. "Wir alle wissen, dass das Wetter unberechenbar ist, und es könnte zu Veränderungen in letzter Minute kommen", sagte Allen. Die Sicherheit der Menschen sei das allerwichtigste.

Sollte "Alex" tatsächlich über den Ort der Ölkatastrophe ziehen, könnte das den Reparaturarbeiten einen herben Rückschlag versetzen. Tausende von Arbeitern und Schiffen müssten dann verlegt werden, sagte Allen dem Sender CNN. Es könnte dann bis zu zwei Wochen dauern, bis alle Besatzungen und technischen Systeme wieder einsatzfähig seien. Am 20. April war die BP-Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert, wobei elf Arbeiter ums Leben kamen. Zwei Tage später sank die Plattform. Seither strömen täglich Millionen Liter Öl ins Meer. Der Ölkonzern BP versucht seitdem, das Leck zu schließen und das austretende Öl abzupumpen.

Derweil steigen die Kosten für die britische BP. Wie das Unternehmen am Montag (28.06.2010) mitteilte, sei nun erstmals die Schwelle von 100 Millionen Dollar am Tag erreicht worden. Insgesamt seien für die Versuche zur Schließung des Öllecks, die Beseitigung von Umweltschäden und Entschädigungszahlungen bisher 2,65 Milliarden Dollar angefallen.

Unklare Auswirkungen auf dem Wasser und an Land

Ausgelaufenes Öl in Bay Jimmy im US-Staat Louisiana wird von einer Absperrung im Wasser aufgehalten (Foto: AP)

Ausgelaufenes Öl in Bay Jimmy im US-Staat Louisiana

Entlang der Golfküste sorgt man sich zudem um die Ausleger, die Inseln und Festland vor dem Öl schützen sollen. Wind und Wellen können die mit Öl vollgesogenen Kunststoffblöcke tief in das Marschland treiben. Wenn die Richtung des Wirbelsturms feststeht, sollen Einsatzkräfte so viele Ausleger wie möglich einsammeln, auch wenn die Behörden einräumen, dass sie wohl nicht alle rechtzeitig erreichen können.

Wie sich ein Sturm auf das im Wasser treibende Öl auswirken würde, war nicht klar. Es gab Befürchtungen, der Wind könne das Öl weiter ins Inland tragen. Andere Experten erklärten dagegen, ein Sturm können den Zerfall des Öls beschleunigen. In jedem Fall ist "Alex" wohl erst der Anfang, denn Meteorologen erwarten eine rege Hurrikan-Saison mit schweren Stürmen.

Autor: Klaudia Prevezanos (AP, dpa)
Redaktion: Annamaria Sigrist

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