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Deutschland

Triton bietet für Karstadt

Nun liegt ein Übernahmeangebot für Karstadt vor. Die deutsch-skandinavische Investmentfirma Triton ist der einzige Bieter und könnte nun der mögliche Käufer der insolventen Warenhauskette werden.

Karstadt Logo und Uhr (Foto: AP)

Die Zeit für Übernahmeangebote ist abgelaufen

Kurze Zeit nach Ablauf der Frist für die Übernahmeangebote gab Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Freitag (23.04.2010) bekannt, dass das Angebot eines Interessenten vorliege. Gemeinsam mit der Geschäftsleitung sollen nun die Unterlagen "so zügig wie möglich und so gründlich wie nötig" geprüft werden.

Weniger Geld für Vermieter und Mitarbeiter

Klaus Hubert Görg (Foto: AP)

Will das Angebot schnellstens prüfen: Insolvenzverwalter Görg

Die positive Nachricht ist, dass Triton alle 120 Warenhäuser übernehmen möchte und eine Zerschlagung des Unternehmens daher nicht mehr in Frage käme. Ob das Angebot allerdings tatsächlich angenommen werden kann, ist noch unklar. Im Gläubigerausschuss von Karstadt gibt es bereits Zweifel, ob die Offerte für Vermieter und die Vertreter der 26.000 Beschäftigten annehmbar ist. Ein Sprecher von Triton machte am Freitag nämlich deutlich, dass Vermieter und die Belegschaft in Zukunft auf mehr Geld verzichten müssen, als bisher vereinbart: "Damit eine nachhaltige Restrukturierung möglich ist, brauchen wir eine Kooperation auf der Basis weiterer Zugeständnisse."

Zur Übernahme durch Triton bedarf es der Zustimmung des Gläubigergremiums. Bereits am Wochenende wollen sich die wichtigsten Gläubiger von Karstadt treffen, um über das Angebot zu beraten, so klang es zumindest aus Finanzkreisen. Im Gremium befindet sich auch das Highstreet-Konsortium um die US-Investmentbank Goldman Sachs.

Karstadt wird nicht zerschlagen

"Wir sehen eine Zukunft für Karstadt als eigenständiges Unternehmen", sagte der Sprecher Tritons. Mit frischem Kapital soll die Warenhauskette fortgeführt werden. Dem Insolvenzplan zufolge müssen die Filialen bis Herbst 2011 offen bleiben.

Die Karstadt-Häuser wurden 2006 vom damaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff in die Hände von Highstreet gegeben. Dabei wurden hohe Mietvereinbarungen getroffen, die als eine Ursache der Pleite der Warenhaus-Kette gelten und damit nun auch als Hürde für eine Übernahme.

Autorin: Sina Schlimmer (afp, rtr)

Redaktion: Oliver Samson