Trierer Porta Nigra ist exakt 1848 Jahre alt | Kultur | DW | 12.01.2018
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Kultur

Trierer Porta Nigra ist exakt 1848 Jahre alt

Nicht nur der Schmutz der Jahrhunderte hat das Stadttor Porta Nigra in Trier tiefschwarz werden lassen. Jetzt wurde anhand von Holzfunden das wahre Alter des von den Römern errichteten Monuments festgestellt.

Lange war das genaue Alter der monumentalen Porta Nigra unklar. Das schwarze Tor ist einer der touristischen Anziehungspunkte der rheinland-pfälzischen Stadt Trier. Jetzt konnte das wahre Alter des steinernen Wahrzeichens festgestellt werden: Es ist genau 1848 Jahre alt. Gebaut wurde das Stadttor von den Römern im Jahr 170 nach Christus.

Wissenschaftler aus Deutschland haben bei Grabungen direkt an der römischen Stadtmauer nahe der Porta Nigra antikes Holz entdeckt, das genau datiert werden konnte. "Das ist ein Meilenstein für die Landesgeschichte", sagte der Direktor des Rheinischen Landesmuseums in Trier, Marcus Reuter, am Freitag auf einer Pressekonferenz. Die neuesten Forschungsergebnisse zur Datierung lassen auch neue Rückschlüsse auf die Entstehungsgeschichte des berühmten Bauwerkes zu.

Deutschland Porta Nigra in Trier beliebteste Sehenswürdigkeiten (picture-alliance/dpa)

Seit 1986 Unesco-Weltkulturerbe: die römische "Porta Nigra" in Trier

Die Porta Nigra gilt als das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen und ist damit das älteste Baudenkmal in Deutschland. Mit den jüngsten Forschungserkenntnissen konnte ein wissenschaftliches Rätsel gelöst werden: Das zum Bau verwendete Eichenholz sei exakt im Winter 169/170 nach Christus gefällt worden, gab Mechthild Neyses-Eiden bekannt, die am Museum in Trier das Forschungslabor zur wissenschaftlichen Holzdatierung leitet.

Die Forscher hätten das Holz anhand der Jahresringe so genau datieren können. Die Entstehungszeit belegt, dass die Anlage wohl doch nicht zur Verteidigung der römischen Siedlung gebaut worden war, wie lange Jahre angenommen wurde. Es gab nach heutigem Forschungsstand zu jener Zeit keine militärische Bedrohung. Das antike Bauwerk sei ein reines Prestigeobjekt gewesen, sagt Museumsdirektor Reuter. "Das war rein zum Angeben!"

hm/rey (dpa/faz.net)

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