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Aktuell Deutschland

Trier im Heilig-Rock-Fieber

Mit einem feierlichen Gottesdienst ist in Trier die Wallfahrt zum "Heiligen Rock" eröffnet worden. Der Schrein mit der Reliquie ist nicht alle Tage zu sehen.

Rheinland-Pfalz/ Der paepstliche Delegat Marc Ouellet (hinten, M.) segnet am Freitag (13.04.12) im Dom in Trier waehrend des Eroeffnungsgottesdienstes der Heilig-Rock-Wallfahrt den Schrein mit der Reliquie, dem Heiligen Rock. Die Wallfahrt steht unter dem Leitwort und fuehre zusammen, was getrennt ist. Der Heilige Rock ist die bedeutendste Reliquie des Trierer Doms. Sie soll im 4. Jahrhundert von Helena, der Mutter Kaiser Konstantins, in die Moselstadt gebracht worden sein. Bis zum 13. Mai werden zu der Wallfahrt eine halbe Million Pilger erwartet. (zu dapd-Text) Foto: Harald Tittel/dapd.

Heilig-Rock-Wallfahrt

Tausende Gläubige aus aller Welt hatten sich im Dom und der benachbarten Liebfrauenbasilika versammelt, um bei der feierlichen Enthüllung des Schreins mit der Heilig-Rock-Reliquie dabei zu sein. Die Reliquie soll Teile des Gewandes enthalten, das Jesus Christus auf dem Weg zu seiner Kreuzigung trug.

Normalerweise liegt sie verschlossen und nicht sichtbar in einer Kapelle. Sie war vor genau 500 Jahren erstmals in Trier gezeigt worden. Seither gab es weitere 18 solcher Wallfahrten, die über die Jahrhunderte bereits Millionen Pilger in die Stadt an der Mosel führten.

Wunsch nach Einheit der christlichen Konfessionen

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann betonte während des Gottesdienstes, der "Heilige Rock" werde seit frühesten Zeiten der Kirche als Symbol für die Einheit der Christenheit verstanden. Das Leitmotiv der diesjährigen Jubiläumswallfahrt "... und führe zusammen, was getrennt ist" drücke auch den Wunsch nach Einheit der christlichen Konfessionen aus.

Die Wallfahrt 2012 ist stark ökumenisch ausgerichtet - unter Beteiligung von Protestanten, Orthodoxen und Freikirchlern. Rund 500.000 Pilger werden in den kommenden vier Wochen erwartet, während denen das Tunika-förmige Kleidungsstück zu sehen ist. Zuletzt war es 1996, 1959 und 1933 gezeigt worden.

Tausende Helfer im Einsatz

Die Wallfahrt finde in einer Zeit statt, "in der der Glaube angefochten und die Kirche nicht nur in Deutschland durch tiefgreifende Krisen verunsichert ist", sagte der päpstliche Gesandte, Kardinal Marc Ouellet, in seiner Predigt. Sie wolle deutlich machen, "dass Jesus Christus und die Gemeinschaft mit ihm ein Schatz für alle Menschen ist."

ARCHIV - Der «Heilige Rock», nach christlicher Überlieferung das ungenähte Gewand Jesu Christi, aufgenommen im Dom zu Trier (undatierte Aufnahme). Der Heilige Rock ist das Gewand, das Jesus Christus bei seiner Kreuzigung getragen haben soll. Die Trierer Reliquie wird bei der Heilig-Rock-Wallfahrt vom 13 April bis zum 13. Mai erstmals in diesem Jahrhundert gezeigt - und soll mindestens 500 000 Pilger aus aller Welt anlocken. dpa (zu dpa KORR.: «Pilger aus aller Welt kommen zur Heilig-Rock-Wallfahrt» vom 05.04.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Angeblich fand Kaiserin Helena den Rock im Heiligen Land

Der frühere Trierer Bischof Reinhard Marx - heute Erzbischof in München - hatte die Wallfahrt vor fünf Jahren für 2012 ausgerufen. Rund 1000 Mitwirkende und 2200 Helfer haben das religiöse Großereignis vorbereitet.

Oberbürgermeister Klaus Jensen erklärte, man freue sich auf die Pilger, die bei ihrem Aufenthalt auch andere Sehenswürdigkeiten von Deutschlands ältester Stadt kennenlernen könnten: "Für die Stadt ist die Wallfahrt ein großartiges Ereignis und ein Glücksfall", so Jensen.

Vom Heiligen Land an die Mosel

Der Legende nach soll die römische Kaiserin Helena, deren Sohn Konstantin der Große zu Beginn des 4. Jahrhunderts in Trier residierte, den Rock bei einer Reise ins Heilige Land gefunden und nach Trier gebracht haben.

Das Gewand ist auf der Vorderseite 1,47 Meter, auf der Rückseite 1,57 Meter lang. Die ältesten Teile wurden zum Schutz zwischen verschiedene Textilschichten eingebettet.

Die Echtheit ließ sich, wie bei fast allen christlichen Reliquien, bislang nicht beweisen und ist auch nach kirchlichem Verständnis nicht entscheidend. Für die katholische Kirche ist das Gewand ein Zeichen für Jesus Christus.

uh/qu (dpa,kna)