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Wirtschaft

Tricksern auf der Spur

Eine spektakuläre Serie von Bilanzfälschungen wurde in den vergangenen Monaten aus den USA gemeldet. Jetzt wird der US-Kongress voraussichtlich noch vor der Sommerpause schärfere Regeln für Wirtschaftsprüfer beschließen.

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Wegsehen gilt nicht

Der Vermittlungsausschuss von Senat und Repräsentantenhaus einigte sich auf einen entsprechenden Kompromiss, wie der Abgeordnete Michael Oxley am Mittwoch (24. Juli 2002) in Washington mitteilte.

Das Gesetzespaket soll helfen, die von der Serie von Unternehmensskandalen ausgelöste Vertrauenskrise an den Börsen zu überwinden. Vorgesehen ist laut Oxley unter anderem, dass die Branche der Rechnungsprüfer von einem unabhängigen Aufsichtsgremium regelmäßig kontrolliert wird.

Präsidenten-Ja gilt als sicher

Über den Entwurf müssen nun in den nächsten Tagen beide Parlamentskammern getrennt abstimmen, bevor US-Präsident Georg W. Bush die Reform durch seine Unterschrift in Kraft setzen kann. Die Zustimmung des Präsidenten gilt als sicher, da er den Kongress mehrfach aufgefordert hatte, das Projekt möglichst schnell auf den Weg zu bringen.

Allerdings herrscht selbst innerhalb des Kongresses Skepsis, ob das Gesetzesvorhaben allein ausreichen wird, um das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen. Der Chef der Republikaner im Senat, Trent Lott, sagte, Gesetze seien nicht genug. Die Unternehmenschefs müssten jetzt in der Krise 'Führerschaft' bei Reformen demonstrieren.

Nichts Genaues weiß man noch nicht

Weitere Details des im Vermittlungsausschuss erzielten Kompromisses wurden zunächst nicht bekannt. Der ursprünglich Entwurf des Senats sah etwas schärfere Regeln für die personelle Besetzung des Aufsichtsgremiums vor. Demnach sollten nur zwei der fünf Mitglieder früher selbst als Rechnungsprüfer gearbeitet haben dürfen. In den Entwürfen beider Häuser waren zudem verschärfte Strafen für betrügerische Manager vorgesehen. Das Repräsentantenhaus hatte Haftstrafen von bis zu 20 Jahren für Bilanzfälschungen gefordert, der Senat bis zu zehn Jahre.

Klage der Börsenaufsicht

In einem der spektakulärsten Fälle von Bilanzfälschung reichte die US-Börsenaufsicht SEC unterdessen Klage gegen mehrere Manager des insolventen Kabelbetreibers Adelphia Communications Corp. ein. Es handele sich um 'eine der schwersten Finanzbetrügereien', die je von einem börsennotierten Unternehmen begangen worden seien, erklärte die Behörde in New York.

Sie wirft dem Adelphia-Management vor, Kosten in Milliardenhöhe in Tochtergesellschaften versteckt und nicht in seiner Bilanz ausgewiesen zu haben. Damit seien die Gewinne bei dem sechstgrößten Kabelnetzbetreiber der USA unzulässig aufgebläht worden, um den Erwartungen der Wall Street gerecht zu werden. (dpa/arn)