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Aktuell Europa

Trickfilm-Pionier Harryhausen ist tot

Er zauberte Dinosaurier, Drachen oder Monster auf die Leinwand. Den Skeletten in "Jason und die Argonauten" brachte er das Fechten bei. Jetzt ist der Animations-Pionier Ray Harryhausen im Alter von 92 Jahren gestorben.

Nach Angaben seiner Familie verstarb er in London, wo er seit Jahren lebte. Schon als Kind war Harryhausen, der 1920 in Los Angeles geboren wurde, von Dinosauriern fasziniert. Früh begann der US-Amerikaner seine eigenen Modelle von diesen Tieren zu konstruieren. Später folgten stets von Hand geschaffene Modelle von Skeletten, Zyklopen oder von Medusa.

Anschließend hauchte der Tricktechniker seinen geschaffenen Kreaturen und Wesen mit der sogenannten Stop-Motion-Animation Bewegung für Bewegung Leben ein. Als einer der ersten setzte er diese Technik für Abenteuer- und Science-Fiction-Filme ein. So schuf er feuerspeiende Drachen, wütende Zyklopen und Monster für Klassiker wie "Sindbads 7. Reise" (1958), "Jason und die Argonauten" (1963) und "Kampf der Titanen" (1981).

Harryhausens Familie erklärte: "Ob prähistorische Dinosaurier oder mythologische Kreaturen - in Rays Händen waren es nicht länger Marionetten, sondern echte Wesen, genauso wichtig wie die Schauspieler, neben denen sie spielten - in vielen Fällen sogar noch wichtiger."

Die Präzisionsarbeit verschlang oftmals viel Zeit. Allein bis die Kampfszene der sieben Skelettkrieger mit ihren Schwertern in "Jason und die Argonauten" gefilmt war, vergingen drei Monate.

Ray Harryhausen bei der Arbeit zu Gwangis Rache (Foto: picture alliance)

Ray Harryhausen bei der Arbeit zu "Gwangis Rache", der 1969 erschien

King-Kong inspirierte die Animationslegende

Seine Faszination für Spezialeffekte sei durch den Klassiker "King Kong" von 1933 geweckt worden, sagte Harryhausen einmal. Bereits als Dreizehnjähriger versuchte er sich mit einer 16-mm-Kamera und einem selbstgebastelten Stop-Motion-Saurier. Später kam er mit "King Kong"-Schöpfer Willis O'Brien zusammen, der ihn 1946 zum Chef-Animator des Gorillafilms "Panik um King Kong" beförderte.

Zahlreiche Hollywood-Größen und Filmemacher wie Steven Spielberg, James Cameron, Peter Jackson und George Lucas zollten dem Verstorbenen Tribut. "Star Wars"-Schöpfer Lucas würdigte Harryhausen als große Inspiration für die Trickfilmindustrie. "Ohne Ray Harryhausen hätte es vermutlich nie ein "Krieg der Sterne" gegeben." Peter Jackson, Regisseur von "Herr der Ringe" erklärte, Harryhausens "wundersame Bilder und seine Art zu erzählen" hätten ihn inspiriert. "Avatar"-Regisseur Cameron sagte, spätere Science-Fiction-Filmemacher hätten durch Harryhausen "auf den Schultern eines Giganten" gestanden.

1992 erhielt Harryhausen einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. 2010 vermachte er seine vollständige Sammlung von Modellen, etwa 20.000 Stück, dem National Media Museum im englischen Bradford.

se/GD (dpa, rtre, afp)