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Europa

Trennung die Lösung für Opel?

Um weiter zu bestehen, will sich Opel von seinem angeschlagenen Mutterkonzern General Motors lösen. Als "selbstständige Geschäftseinheit" sieht das Management die Zukunft des Konzerns.

Trennungsschild Opel / GM (Foto: DPA)

Welche Auswirkungen könnte eine Trennung haben?

Am Freitag (27.02.2009) hat der Aufsichtsrat der Adam Opel GmbH einen Rettungsplan für den Automobilbauer diskutiert. Welche Auswirkungen die Lösung haben könnte und wie es um die europäischen GM-Töchter Saab und Vauxhall steht, hat DW-WORLD.DE Jürgen Pieper, Automobil-Spezialisten beim Bankhaus Metzler, gefragt:

DW-WORLD.DE: Vauxhall, Saab und Opel sind die drei europäischen GM-Töchter, die um ihr Überleben kämpfen. Sind die drei gemeinsam überlebensfähig oder nur Opel?

Jürgen Pieper: Das wird schwierig, von diesen dreien ist Opel immer noch in der besten Verfassung. Für Vauxhall und Saab wäre im Grunde genommen keiner bereit, auch nur einen Euro zu zahlen. Die Entwicklung der letzten Jahre ist einfach zu negativ. Auch Opel ist im Abwärtstrend begriffen, aber hier gibt es sicherlich Qualitäten, für die man bereit ist, noch etwas zu bezahlen. Besonders kritisch ist es für Vauxhall und Saab.

Es wird aber immer wieder von einer europäischen Lösung für Opel gesprochen. Wie könnte die denn aussehen?

Da geht es natürlich auch darum, eine kritische Größe zu erreichen. Immerhin würden Vauxhall und Saab etwas an Volumen dazu geben, so dass Opel dann insgesamt Umsatzgrößen erreicht, die dann schon eher berücksichtig werden. Trotzdem ist das ganze Gebilde immer noch sehr wackelig. Ich denke, allein stehend hätten Vauxhall und Saab keine Überlebenschance.

Was wäre denn dann die Alternative?

Die wäre entweder, mehr oder weniger bei General Motors zu bleiben - und genau so sieht es im Moment ja auch aus: als würde GM der Mehrheitsbesitzer von Opel bleiben - oder eben einen anderen Partner zu finden.

Diese Lösung hat der Europachef von GM Carl-Peter Forster heute noch einmal unterstrichen. Er sagt, Opel werde in Zukunft selbstständiger werden, solle aber im GM-Verbund verbleiben. Wie ist das denn möglich?

Das ist letztlich ein Kompromiss, der sich ein bisschen wie ein fauler Kompromiss anhört. Ein bisschen Selbstständigkeit funktioniert in dieser Lage eben nicht gut, denke ich. Es ist klar, dass Opel einen Partner braucht, nur ist General Motors ein extrem problematischer Partner. Die Lösung, dass GM sozusagen einen halben Ausstieg macht, ist eben letzten Endes keine Lösung. Es wird sich kaum jemand anderes finden, der in dieser Konstellation mitmachen will, der also Risiken übernehmen soll, bei denen es kaum etwas zu gewinnen gibt. Am Ende bleibt dann wahrscheinlich doch nur die öffentliche Hand oder der Staat.

Inwieweit sind denn die Probleme bei Opel hausgemacht - und wie stark ist General Motors an den Problemen schuld, wie von den Beschäftigten und Betriebsräten behauptet wird?

Die Behauptung, dass GM daran Schuld sei, stimmt für die letzten zwei bis drei Jahre sicherlich, jedenfalls bis zur Eskalation der Probleme. Aber das Gesamtbild ist auch für Opel nicht besonders gut. Auch Opel befindet sich seit mindestens 15 Jahren in einer Negativ-Entwicklung und verliert kontinuierlich Marktanteile, auch bei wichtigen Produkten. Einige Produkte wurden vor einigen Jahren aufgegeben. In der oberen Mittelklasse war man einfach nicht mehr wettbewerbsfähig. Und auch die Kernprodukte wie beispielsweise der Astra leiden seit Jahren unter einem Rückgang. Es ist zu schön, um wahr zu sein, einfach zu sagen, alles liege nur an der Muttergesellschaft General Motors. Es liegt auch stark an Opel selbst.

Wie stark ist Opel innerhalb des General Motor Konzerns integriert, was Forschung und Entwicklung angeht, was die Zulieferer angeht?

Extrem integriert. Opel gehört seit 80 Jahren zum Konzern. Das ist natürlich eine unglaublich lange Zeit, in der das ganze dann natürlich schon gar nicht mehr zu identifizieren ist. Ich denke, dass bis auf die Marke Opel und Werke, die man Opel zuordnen kann, eine Trennung extrem schwierig ist. Meiner Meinung nach wird die endgültige Trennung deshalb auch nicht vorwärts getrieben. Es ist fast unmöglich, nach einer so extrem langen Periode und wo man so stark miteinander verwoben ist, einen Teil herauszulösen.

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