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Welt

Treibhauseffekt auf dem Prüfstand

Es gibt Physiker und Meteorologen, die bestreiten, dass eine Erhöhung des Kohlendioxid in der Atmosphäre zu einer Erderwärmung führt. Damit wäre das Ziel der Klimakonferenz, die Emissionen zu reduzieren, überflüssig.

Wolken auf 10.000 Metern Höhe, von einem Flugzeug aus gesehen (Foto: DW/Hafsa Begum)

Was beeinflusst das Klima mehr? CO2 oder Wasserdampf und Wolken?

Pünktlich zum Klimagipfel in Kopenhagen behauptet der Wirtschaftswissenschaftler Klaus Ermecke aus dem bayerischen Oberhaching, dass CO2 keine Klimaerwärmung auslösen kann. Er trug dazu in einer Publikation die Positionen von Physikern und Meteorologen zusammen, die an der Treibhaustheorie zweifeln. Das würde bedeuten, dass sich die Modelle des UN Klimarats auf einer falschen Grundannahme gründen: dass die Treibhausgase Strahlungsenergie zurückhalten und in der Atmosphäre speichern. Dies widerspreche physikalischen Prinzipien:

Die Erde gesehen von Bord der Apollo 8 Mission im Jahre 1968 (Foto: AP)

Die Erde hat ein ‚Kühlsystem’. Eine ‚erwärmte Erde’ strahlt sofort mit erhöhter Leistung

"Energiehaushalt der Erde gerät in Ungleichgewicht"

Ermecke argumentiert, die Erde strahle ständig Wärme ins Weltall ab. Diese Abstrahlung erhöhe sich automatisch, wenn die Temperaturen anstiegen. Eine langfristige Erderwärmung sei nur bei einer dauerhaft erhöhten Heizleistung möglich. Eine Erderwärmung von zwei Grad, die der UN-Klimarat im günstigsten Fall erwartet, würde seinen Berechnungen nach eine Abstrahlung von drei Prozent mehr Energie ins Weltall nach sich ziehen: "Das würde aber heißen, die Erde wäre von der Energiebilanz in einem Ungleichgewicht. Es würden drei Prozent mehr herausgehen als hereinkommen. Die Frage ist, wo diese drei Prozent Energiedifferenz eigentlich herkommen sollen?“

Der Wissenschaftler widerspricht der Theorie, das CO2 könne vom Erdboden abgestrahltes Infrarotlicht innerhalb der Atmosphäre einsperren und damit eine dauerhafte Erwärmung bewirken.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan besichtigt im Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) in Hamburg den neuen Höchstleistungsrechner (Foto: dpa)

Kritiker sagen, die Klimaentwicklung ließe sich nicht vorherberechnen

CO2 und Wasserdampf kühlen die Atmosphäre

Einige Kritiker der Treibhaustheorie schreiben dem CO2 und dem Wasserdampf sogar eine kühlende Wirkung zu. Beide Gase absorbieren in großer Höhe von der Sonne ausgestrahltes infrarotes Licht und strahlen dieses ins Weltall ab. Damit verringern sie eine Erhitzung des Erdbodens, sagt Ermecke. Damit stellt er die Treibhausthese auf den Kopf: "Eine Erde ohne Treibhausgase wäre keinesfalls kälter, wie immer behauptet wird, sondern deutlich wärmer.“

Zudem absorbieren diese Gase infrarote Strahlung in der Nähe des Erdbodens. Das funktioniere wie an einem Badestrand im Hochsommer, sagt der Physiker Gerhard Gerlich von der TU Braunschweig: Der Sandstrand ist heiß, während der Sand unter Wasser kühl bleibt. Substanzen, die Infrarot-Strahlen absorbieren, leiten auf einer bestrahlten Oberfläche nämlich die Hitze ab. Ähnlich verhalte sich CO2. Weil Wasserdampf aber ungleich wichtiger für das Klima sei, "hat die Konzentration des Kohlendioxids in der Erdatmosphäre keinen Einfluß auf das Temperaturfeld der Erdatmosphäre“, so Gerlich:

Nahaufnahme der Sonne, aufgenommen vom Skylab 4 der NASA (Foto: AP)

Die Sonne bestimmt die Intensität der Wolkenbildung auf der Erde

Rolle der Sonne "grob unterschätzt"

Der Meteorologe Klaus-Eckart Puls aus Bad Berkesa bestreitet nicht die Treibhaustheorie an sich, hält aber den von Klima-Modellen berechneten Erwärmungs-Effekt für weit überschätzt. Natürliche Klima-Schwankungen seien viel wichtiger: "Wir haben in den letzten zehn Jahren einen ungebremsten CO2-Anstieg, aber eine Temperaturabnahme. Das heißt: Es gibt zur Zeit, wie auch fast immer in der Klimageschichte, gar keine Korrelation zwischen Temperatur und CO2.“ Er fügt hinzu: "Wir haben ja über Jahrmillionen auch ohne Menschen atmosphärische CO2-Konzentrationen bis zum 20-fachen gehabt. Niemals ist die Erde verbrannt. Im Gegenteil, es hat anschließend Eiszeiten gegeben. CO2 bringt uns nicht um, weder heute noch in Zukunft.“

Seiner Meinung nach werden die Launen der Sonne in den Modellen des UN-Klimarates grob unterschätzt: "Seit einigen Jahren gibt es Sonnenforscher, die darauf hinweisen, dass wir wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten mit einer rasanten Abkühlung konfrontiert werden, und dann fangen die Probleme für die Menschen richtig an. Eine Warmzeit hat noch nie die großen Probleme gebracht. In den Kaltzeiten haben wir die Missernten, da brauchen wir Energie, da sterben die Arten, nicht in den Warmzeiten.“

Eine Winterlandschaft in Deutschland (Foto: AP)

Müssen wir uns wieder auf kältere Winter einstellen? Auch die Kritiker der Treibhaustheorie wissen es nicht

Energiesparen trotzdem wichtig

Gerade deshalb sollten die Menschen beim Verbrauch fossiler Energieträger sparen, sagt Puls. Denn diese sind begrenzt und für die Menschen umso wichtiger, wenn es kalt wird.

Aber wieso hat sich trotz dieser Beobachtungen eine andere Lehrmeinung in der Öffentlichkeit und Politik durchgesetzt? "Das liegt einfach daran, dass Disziplinen wie 'Klimaschutz,' die überhaupt keine wissenschaftlichen Disziplinen sind, sich plötzlich zu wissenschaftlichen Gebieten hochstilisiert haben. Sie bekommen ihr Geld dadurch, dass sie diese Hysterie verbreiten,“ so Gerlich.

Autor: Fabian Schmidt
Redakteurin: Julia Kuckelkorn

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