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Treffen

Trifft man heutzutage seine Nachbarn, so mag das mal mehr, mal weniger erfreulich sein, doch zumindest führt das in den seltensten Fällen zu Toten oder Verletzten. In früheren, brutaleren Zeiten sah das noch anders aus.

Am Anfang war das Ziel. Dieses konnte ein Tier sein, ein Gegenstand gleich welcher Art oder auch ein Mensch. Um solche Ziele zu treffen, bedurfte es unterschiedlicher Hilfsmittel. Zum Beispiel einer Keule, einer Steinaxt, Pfeil und Bogen oder eines Speers. Mit solchem Gerät konnte man ein Tier erlegen oder einen Menschen töten. Man kann es natürlich immer noch. Klar ist: Was auch immer da getroffen wird, es ist in einem anderen Zustand als zuvor.

Wo und wann?

Das Treffen als Substantiv und treffen als Verb: Die eine Bedeutung haben wir schon beschrieben. Die andere, noch verhältnismäßig junge Bedeutung des Wortes ist Versammlung, Begegnung, Zusammenkunft beziehungsweise sich versammeln, sich begegnen oder zusammenkommen. Diese Art Treffen kann alltäglich, häufig oder gewohnheitsmäßig sein – manchmal aber auch ganz zufällig. Da gibt es die politischen Treffen auf höchster, hoher und niedrigerer Ebene, es gibt Familien- und Klassentreffen, geheime Treffen, regelmäßige Treffen und unregelmäßige.

Allen aber ist gemein, dass sie vereinbart, dass Ort und Zeit festgelegt werden. Denn wie will man sich treffen, wenn man nicht weiß, wann und wo? Bei jedem Treffen treffen mindestens zwei Personen aufeinander. Das klappt allerdings nur, wenn man einen Treffpunkt ausgemacht hat. Dieser muss genau bestimmt sein, damit man sich nicht verfehlt.

Ärgerlich, wenn man nicht trifft

Ja, verfehlen ist in etwa das Gegenteil von treffen. Denn der Bogenschütze, der die Scheibe nicht getroffen hat, der hat sie verfehlt. Trifft er allerdings genau in die Mitte, so hat er ins Schwarze, ins Zentrum getroffen. Damit sind wir beim Sport: "Das Treffen beider Mannschaften endete 0:0." Das heißt, es wurde kein einziger Treffer erzielt. Das Ergebnis war ein torloses Unentschieden.

Zielen und Treffen ist natürlich nicht nur im Sport wichtig. Wer beim Bilderaufhängen statt den Nagel auf den Kopf zu treffen, seinen Daumen erwischt, weiß, was gemeint ist. Auch wer sich jetzt daran macht, ein bisschen Holz fürs winterliche Kaminfeuer zu hacken, sollte tunlichst darauf achten, dass die Trefferquote zu 100 Prozent auf dem Hackklotz zustande kommt.

Volltreffer!

Da wir gerade bei Quote sind: Wer wünschte sich nicht jene Treffer auf dem Lottospielschein. Diese sechs Richtigen, auf die man allerdings gar nicht richtig zielen kann, sind ein Musterbeispiel für das, was man landläufig Zufallstreffer nennt. Aber es gibt ihn, den Volltreffer auf dem Tippschein oder in der Liebe. Haben wir nicht am Anfang davon gesprochen, dass nach einem Treffer alles anders ist als vorher oder so ähnlich? Das gilt im Besonderen für die, die das Glück des Lottogewinns oder eines liebevollen Partners getroffen hat.

Der Volltreffer in wörtlicher Bedeutung verändert allerdings auch einiges. Er ist der militärische Ausdruck für den vernichtenden Einschlag einer Bombe oder Granate. Natürlich lassen sich auch mit einem Gewehr Volltreffer erzielen. Und was, bitte, versteht man unter einem vortrefflichen Schützen? – Genau. Das ist jemand, der zielgenau schießen kann.

Vortreffliches im Hintertreffen?

Es gibt aber auch vortreffliche Köche, Handwerker, Musiker, weibliche wie männliche, die sich vortrefflich auf ihr Handwerk verstehen; also aus der Masse herausragen und zu den Besten ihres Faches zählen. Es braucht sich jetzt aber niemand getroffen zu fühlen, der einem anderen Berufsstand angehört und ebenfalls vortreffliche Leistungen erbringt. Wir haben nur Beispiele genannt. Niemand soll da ins Hintertreffen geraten. Aber es ist halt nicht immer ganz einfach und manchmal unmöglich, immer nur das Richtige zu treffen, weil das andere nicht unbedingt falsch sein muss. Das ist wie mit diesen berüchtigten Formularen, in denen man immer das Zutreffende unterstreichen muss.

Fragen zum Text

Wollen sich zwei Personen treffen, so verabreden sie…

1. einen Treffort.

2. einen Treffpunkt.

3. eine Treffstelle.

Wer im übertragenen Sinne ins Schwarze trifft, der …

1. hat nichts verstanden.

2. äußert bloße Vermutungen.

3. hat etwas gut erkannt.

Jemand, der sein Handwerk besonders gut beherrscht, der …

1. landet einen Volltreffer.

2. arbeitet vortrefflich.

3. gerät ins Hintertreffen.

Arbeitsauftrag

Spielen Sie ein Ratespiel mit Wortdefinitionen und landen Sie möglichst viele Treffer: Mithilfe eines Wörterbuchs sucht sich jeder Kursteilnehmer ein Wort aus, von dem er meint, es sei im Kurs unbekannt. Zusätzlich zur richtigen Definition denkt sich jeder noch zwei falsche aus und liest anschließend das betreffende Wort und alle drei Bedeutungsvorschläge im Kurs vor. Erraten Sie nun die richtige Lösung.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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