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Aktuell Welt

Treffen zu Atom-Abrüstung in Hiroshima

Wie kann dem Atomwaffensperrvertrag mehr Geltung verschafft werden? Darüber beraten die Außenminister aus zwölf Staaten im japanischen Hiroshima. Auch Bundesaußenminister Steinmeier ist dabei.

Keine Stadt wäre für ein Treffen symbolträchtiger als Hiroshima, um die nukleare Abrüstung voranzubringen. Hier, wo die USA die erste Atombombe zündeten, soll es 69 Jahre später darum gehen, wie nuklearen Abrüstung vorangebracht werden kann. Dieses Ziel hat sich die "Initiative für Nichtweiterverbreitung und Abrüstung" (NPDI) auf die Fahnen geschrieben.

In ihr haben sich zwölf Staaten zusammengeschlossen: Deutschland, Japan, Australien, Niederlande, Polen, Kanada, Türkei, Mexiko, Chile, Nigeria, Philippinen und die Vereinigten Arabischen Emiraten.

Atomare Abrüstung "nicht über Nacht zu schaffen"

Bei dem Treffen der NPDI in Hiroshima geht es aktuell unter anderem um das Inkrafttreten des Teststoppvertrags sowie um einen Vertrag zum Verbot der Produktion von waffenfähigem Material. Generell hat die Initiative die beiden Schwerpunkte des Atomwaffensperrvertrags im Blick: zum einen die nukleare Abrüstung der Atommächte und zum anderen die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen an andere Nationen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier betonte vor dem Treffen: "Deutschland hält am Ziel einer nuklearwaffenfreien Welt fest. Aber wir wissen, dass das nicht über Nacht zu schaffen ist." Nach den Beratungen über die atomare Abrüstung in Japan reist Steinmeier am Abend nach China weiter.

280.000 Atombomben-Opfer in Hiroshima

In Hiroshima bereitet der deutsche Außenminister gemeinsam mit seinen Kollegen auch die nächste Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag vor, die 2015 stattfindet. Den seit 1970 gültigen Vertrag haben inzwischen mehr als 180 Länder unterzeichnet. Mutmaßliche Atommächte wie Indien, Pakistan, Nordkorea oder Israel sind jedoch nicht dabei.

Das völlig zerstörte Hiroshima 1945 (Foto: dpa)

Totale Zerstörung: Hiroshima nach dem Atombomben-Abwurf

Zum Auftakt ihres Treffens erinnerten die Minister an die Opfer des Atombomben-Abwurfs vor 69 Jahren. Zu Ehren der Toten legten sie am zentralen Mahnmal im Friedenspark von Hiroshima Blumensträuße nieder. Über der Millionenstadt hatten die USA am 6. August 1945 die erste Atombombe gezündet. Damals wurden auf einen Schlag mehr als 70.000 Menschen getötet. Insgesamt wird die Zahl der Todesopfer bis heute auf etwa 280.000 geschätzt.

cw/ml (dpa)