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Kultur

Treffen der Meeres-Retter

Der Mensch beutet die Ozeane aus, verseucht das Wasser und fängt den letzten Fisch. Der Durban-Kongress für Umweltschutz steht unter düsteren Vorzeichen. Dabei geht unter: Die Ziele vom letzten Mal wurden übererfüllt.

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Gefährdeter Lebensraum

"Die Ozeane können nicht länger als ungeregelter Freiraum für alle angesehen werden", betont Klaus Töpfer. Wenn keine Trendwende einsetze, meint der Exekutivdirektor der UNO-Umweltbehörde (UNEP), "werden wir die schwierige Aufgabe haben, unseren Enkeln zu erklären, was ein Fisch ist". Schon vor dem "5. Weltkongress über Nationalparks und geschützte Gebiete" gab der deutsche Ex-Minister den Tenor der Diskussion vor. Der Kongress dauert vom 8. bis 17. September 2003 und findet diesmal in Durban statt, einer südafrikanischen Hafenstadt.

Fische im Meer werden weniger

Die Sorge um eine immer ernstere Bedrohung der Weltmeere durch Überfischung, Verschmutzung, Ölförderung und Klimawandel trübt die Freude über eine andere Tatsache: Die Ziele des letzten derartigen Kongresses wurden nicht nur erfüllt, sie wurden sogar übertroffen. Statt der in Caracas geforderten zehn Prozent der Landfläche stehen heute 12,7 Prozent unter Naturschutz - aber eben nur ein Prozent der Meeresfläche. Deshalb wollen sich rund 2500 Spezialisten aus 170 Ländern vor allem Gedanken über den Schutz der Meere machen.

Aber nicht nur das. Das Forum soll eine Bestandsaufnahme der geschützten Gebiete präsentieren, die es auf der Welt gibt. Als Abschluss soll ein "Durban-Abkommen" verabschiedet werden: ein Rahmenwerk mit Richtlinien für die Erhaltung und weitere Entwicklung von Schutzgebieten.

Natur rein, Mensch raus: So nicht

In den Richtlinien wird es auch um das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur gehen - damit Fälle wie in Botswana nicht wieder vorkommen. Dort wurden Buschleute aus ihrer Heimat vertrieben, weil diese als Naturpark ausgewiesen worden war. Nun will man die Einwohner von Reservaten ins Gesamtkonzept mit einbeziehen.

"Wenn die Menschen den Naturschutz nicht wollen, wird es keinen Naturschutz geben", erklärt Südafrikas Umweltminister Valli Moosa. Sein Land gilt als Modell in Sachen Naturschutzgebiete, vor allem wegen der grenzüberschreitenden Friedensparks.

Schutz braucht nicht nur das Reservat

Das Hauptproblem ist, wie so oft, das Geld. Und so wird in Durban auch darüber diskutiert, wie private Investoren den öffentlichen unter die Arme greifen können. "Ein Beispiel ist etwa die deutsche Förderung des Regenwalds im Kongobecken, an der auch eine Brauerei beteiligt ist", sagt William M. Eichbaum, Vize-Präsident des Word Wide Fund for Nature (WWF). Außerdem werden die Naturschützer darüber beraten, wie man die vielen kleinen, verstreuten Schutzgebiete zusammenfassen kann. Waren früher Naturschutzgebiete eher mit Blick auf den Erholungswert eingerichtet worden, so geht es heute um eine umfassendere Auslegung des Naturschutz-Gedankens - auch um die Parks herum. Zum Beispiel könnte man Schutzgebiete mit so genannten Biosphären-Reservaten umgeben. Die Ergebnisse des Kongresses werden nicht ungehört verhallen. Er gehört zu den wichtigsten Gremien, die Leitlinien für Naturschutz vorgeben. Ausgerichtet wird er alle zehn Jahre von der Weltnaturschutzunion IUCN, einem Ableger der UNESCO. Das erste Treffen fand 1962 in Seattle statt, danach folgten Kongresse in Yellowstone, auf Bali und in Caracas in Venezuela. Wegen des UN-Erdgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 wurde der 5. Kongress um ein Jahr verschoben. (reh)

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