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Filme

Treffen am Lido: die Filmfestspiele in Venedig

Tom Tykwer, Sofia Coppola und Monte Hellman - große Namen bewerben sich um den Goldenen Löwen. Doch man darf auf Entdeckungen hoffen. Bei der 67. Film-Biennale in Venedig (01.09.-11.09.2010) sind viele Unbekannte dabei.

Rotes Festivalplakat mit Schrift (Foto: Festival Venedig)

Die größten Namen hat bereits Cannes abgeschöpft. Das Festival an der Croisette ist nach wie vor die Nummer eins der internationalen Filmschauen. Doch Venedig muss sich nicht grämen. Im Kampf um würdige Festivalbeiträge ist die italienische Stadt immer noch gut im Rennen. 24 Filme wurden in diesem Jahr für den Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Löwen ausgewählt. 23 stehen bereits fest, ein "Überraschungsfilm" wird während des Festivals noch bekanntgegeben.

Große Namen auf dem Regiesessel sind nicht immer mit großen Filmen gleichzusetzen - das haben auch die etablierten Festivals in Cannes, Berlin und Venedig in den letzten Jahren oft schmerzhaft erfahren müssen. Insofern hoffen Jury, Fachpublikum und Zuschauer immer wieder aufs Neue: Wird der Deutsche Tom Tykwer mit seinem Beziehungsmelodrama "Drei" das Publikum überzeugen? Was ist vom neuen Film der amerikanischen Kultregisseurin Sofia Coppola zu erwarten?

Tom Tykwer (Foto: Paul Zimmerman/AdMedia)

Vertritt Deutschland im Wettbewerb: Tom Tykwer

USA: Hollywood und Independents

Antworten auf diese und andere Fragen wird man erst in ein paar Tagen erhalten - noch hat niemand die Filme des Wettbewerbs gesehen. Gespannt ist man aber zunächst mal auf die bekannten Regiestars. Neben Tykwer und Coppola sind zum Beispiel die Amerikaner Darren Aronofsky und Monte Hellman dabei. Aronofsky hatte vor zwei Jahren den Goldenen Löwen mit nach Hause nehmen können. Seine Geschichte um einen von Mickey Rourke gespielten heruntergekommenen Catcher hatte die Jury damals überzeugt.

Mit dem bereits 78-jährigen Monte Hellman hat man sich eine echte Regielegende in den Wettbewerb geholt. Hellman ist eine Größe des US-Independent-Kinos, seine Filme ("The Shooting", 1967 und "Two Lane-Blacktop", 1971) gelten unter Filmkennern als Perlen des unabhängig produzierten US-Kinos fernab von Hollywood. Die USA stellen zwar ein Viertel der Filme im Wettbewerb, doch große, bekannte Namen aus Hollywood sind kaum darunter. Dustin Hoffman, der im Film "Barney's Version", einer kanadisch-italienischen Co-Produktion, eine Hauptrolle spielt, ist da schon die Ausnahme. Hoffman hat seinen Besuch am Lido fest zugesagt.

Dustin Hoffman (Foto: AP)

Kommt aus Hollywood: Dustin Hoffman

Kino aus aller Welt

Italienische Kritiker haben den 67. Jahrgang der Festspiele schon zu einem Duell "Italien gegen USA" hochstilisiert. Das italienische Kino ist im Wettbewerb stark vertreten, doch auch hier setzt man auf jüngere und international noch wenig bekannte Regisseure: Wer kennt schon außerhalb der Landesgrenzen Regisseure wie Ascanio Celestini, Saverio Costanzo oder Mario Martone? Doch das muss kein Nachteil sein. Schon häufig haben Regiekarrieren bei großen Festivals begonnen.

Und sonst? Für Spannung dürfte der Film "Miral" des filmenden Künstlers Julian Schnabel sorgen, der mit seinem letzten Werk "Schmetterling und Taucherglocke" 2007 einen künstlerischen Welterfolg feiern konnte. Aus Frankreich kommt unter anderem Francois Ozon nach Venedig, sicherlich einer der interessantesten Filmemacher seines Landes. Asien wird durch den Japaner Takashi Miike und den Hongkong-Chinesen Hark Tsui vertreten - beides etablierte Namen in der Szene.

Juryvorsitzender Tarantino

Quentin Tarantino (Foto: AP)

Immer unterhaltsam: Quentin Tarantino

Der Wettbewerb um die Löwen ist die wichtigste Reihe in Venedig. Darüber hinaus gibt es aber auch noch Dutzende Premieren in anderen Programmreihen. Dorthin wurden auch zwei weitere deutsche Produktionen eingeladen. "Atom" von Markus Löffler und Andrée Korpys beschäftigt sich - mit dokumentarischem und inszeniertem Material - mit den Anti-Atomprotesten in Deutschland. David Oreilly präsentiert seinen Trickfilm "The External World".

Und garantiert etwas zum Lachen wird es auch geben bei den diesjährigen Festspielen. Die Retrospektive widmet sich in diesem Jahr der italienischen Komödie von 1920 bis 1988. Und dann ist da noch Quentin Tarantino. Der amerikanische Kultregisseur sitzt in diesem Jahr der Jury vor. Tarantino ist immer für ein paar unterhaltsame Auftritte in der Öffentlichkeit gut. Als Juryvorsitzender ist er eine gute Wahl - der "Pulp Fiction"-Regisseur gilt als ausgesprochener Kenner der Filmgeschichte.

Autor: Jochen Kürten
Redaktion: Gudrun Stegen

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