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Sport

Traumpaar auf Kufen

Einen Titel zu gewinnen ist schwer, ihn zu verteidigen noch viel schwerer. Aljona Savchenko und Robin Szolkowy haben es geschafft. Sie bleiben Paar-Weltmeister im Eiskunstlauf.

Robin Szolkowy wirft seine Eiskunstlauf-Partnerin Aljona Savchenko in die Luft. (Foto: AP)

Savchenko fliegt, Szolkowy fängt

Es ist Donnerstag (26.03.2009), früh am Morgen in Deutschland. Im Eisstadion in Los Angeles wird das Licht gedimmt. Die besten Eiskunstlauf-Paare der Welt laufen um den WM-Titel. Jetzt sind Aljona Savchenko und Robin Szolkowy an der Reihe. Leise beginnt die Filmmusik von "Schindlers Liste". Das Duo ist angespannt. Dann beginnt ihre Kür. Es herrscht Gänsehautatmosphäre. Einmal rutscht Szolkowy aus, ansonsten ist die Kür Weltklasse.

Anschließend versucht sich noch die Konkurrenz, doch die ist chancenlos. Savchenko/Szolkowy schreiben Geschichte: Sie sind die ersten Deutschen, denen es nach 45 Jahren wieder einmal gelingt, einen WM-Titel zu verteidigen – 1964 schaffte dieses Kunststück das legendäre Paar Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler.

"Hey Fräulein!"

Die Konkurrenz gratuliert Savchenko und Szolkowy bei der Siegerehrung (Foto:AP)

Ehre, wem Ehre gebührt: Die Konkurrenz verbeugt sich

Der Erfolg ist das Ergebnis harter Arbeit. Eiskunstlauf ist nicht nur sanfte Musik, gut aussehen und Kür, sondern vielmehr Pflicht und hartes Training. Dabei herrscht oft ein rauer Ton. Ansprachen wie: "Hey Fräulein, was gibt's denn da für Diskussionen?", muss sich Savchenko von ihrem Trainer Ingo Steuer, früher selbst ein Weltklasse-Eiskunstläufer, öfter gefallen lassen.

Steuer ist streng, aber der Erfolg gibt ihm Recht. Robin Szolkowy und Aljona Savchenko werden immer mehr zum absoluten Eiskunstlauf-Traumpaar. Sie sind sechsfache Deutsche Meister, dreifache Europameister und jetzt sogar zweifache Weltmeister – eben das Beste was die Eiskunstlauf-Szene zu bieten hat. Sogar die einstige Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, Katarina Witt, gerät bei den beiden ins Schwärmen: "Die Leidenschaft, die Aljona mitbringt, und Robin mit seiner gewissen Coolness, das ist schon toll. Da ist Blickkontakt, da ist Körperkontakt, das funktioniert einfach". Auch Steuer ist stolz: "Sie sind einfach das Traumpaar schlechthin, weil sie einfach unwahrscheinlich harmonisch auf dem Eis laufen".

Der Traum vom Olympiasieg

Ende der Kür: Szolkowy und Savchenko auf dem Eis eng umklammert. (Foto: dpa)

Werden auf dem Eis eins: Savchenko und Szolkowy

Savchenko und Szolkowy werden auf dem Eis eins und sind doch so grundverschieden. Er ist lässig, cool, ruhig. Sie ist öfter mal zickig und divenhaft. Auch äußerlich bilden die zwei eher einen Gegensatz: Robin Szolkowy ist in Deutschland geboren. Sein Vater ist ein tansanischer Arzt, der in Greifswald studierte. Seine Mutter kommt aus Vorpommern. Szolkowy hat einen südländischen, braunen Teint. Aljona Savchenko ist in Kiew, in der Ukraine geboren. Sie ist eher blass. Ihre Haare sind strahlend blond. Ihre Gemeinsamkeit: Beide beginnen als kleine Kinder mit dem Eiskunstlauf, beide können nicht mehr davon lassen.

Sie holen mit anderen Partnern erste Titel. Als Savchenko 2003 weltweit einen neuen Eiskunstlauf-Partner sucht, findet sie Szolkowy. Sie zieht nach Chemnitz, wird Deutsche, startet für Deutschland. Die beiden harmonieren schnell. Sie haben eine große Stärke, sagt Szolkowy: "Wir sind beide Typen, die unter der Belastung nicht zerbrechen. Wir können die Belastung sogar für uns nutzen".

Im Moment laufen die beiden in einer eigenen Liga. Ernsthafte Konkurrenz ist nicht in Sicht. Trotzdem wird weiter hart trainiert, denn das Duo will sich einen Traum erfüllen. "Jeder Sportler träumt davon die olympische Goldmedaille zu gewinnen. Wir werden alles dafür geben, um das zu schaffen". Noch ist es ein knappes Jahr bis zu den Winterspielen in Vancouver. Die Chancen für Aljona Savchenko und Robin Szolkowy, auch dann ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, könnten kaum besser sein.

Autor: Benjamin Wüst / Redaktion: Arnulf Boettcher