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Ein Jahr nach Nizza

Trauerzeremonie in Nizza am ersten Jahrestag des Anschlags

Es ist erst ein Jahr her - das Blutbad in Nizza, dem 86 Menschen zum Opfer fielen. Die Menschen dort trauern, setzen mit Verweis auf die Losung der französischen Revolution aber auch ein kraftvolles Zeichen der Hoffnung.

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Barbara Wesel berichtet aus Nizza

Mit einer Trauerzeremonie hat Frankreich am ersten Jahrestag des Anschlags von Nizza der 86 Todesopfer gedacht. An der Gedenkveranstaltung in der südfranzösischen Küstenstadt nahmen neben zahlreichen Angehörigen auch Staatschef Emmanuel Macron und seine beiden Vorgänger François Hollande und Nicolas Sarkozy teil.

Den ganzen Tag über hatten sich Menschen in Kondolenzbücher eingetragen und am Anschlagsort, dem bekannten Strandboulevard Promenade des Anglais, weiße Rosen für die Opfer niedergelegt. Aus tausenden Tafeln mit den Namen der Toten wurde auf einem Bürgersteig in den Landesfarben Blau, Weiß, Rot der französische Wahlspruch "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" gebildet.

Teil der Gedenkzeremonie war auch eine Militärparade. Anschließend sangen zwei Chöre das Lied "Nissa la bella", die Hymne von Nizza. Nach der offiziellen Trauerfeier wollte Macron Familien der Anschlagsopfer treffen. Für den Abend ist ein Chor- und Orchester-Konzert geplant, außerdem sollten weiße Luftballons aufsteigen und 86 Scheinwerfer in den Himmel strahlen. Um 22.34 Uhr, dem genauen Zeitpunkt des Anschlags, sollt es dann eine Schweigeminute geben.

Trauergäste: die Ex-Staatschefs Hollande und Sarkozy, Albert von Monaco und Präsident Macrons Frau Brigitte (Foto: Getty Images/AFP/L. Cipriani)

Trauergäste: die Ex-Staatschefs Hollande und Sarkozy, Albert von Monaco und Präsident Macrons Frau Brigitte (v.li.)

Ein 31-jähriger Tunesier war am Abend des 14. Juli 2016 nach dem traditionellen Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast. Der Angreifer tötete 86 Menschen und verletzte mehr als 450 weitere, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) beanspruchte den Anschlag für sich. Allerdings haben Ermittler bis heute keine direkten Kontakte des Mannes zum IS aufzeigen können.

Das Blutbad am französischen Nationalfeiertag sorgte weit über Frankreichs Grenzen hinaus für Entsetzen. In den folgenden Monaten gab es in Berlin, London und Stockholm tödliche Anschläge, bei denen Angreifer mit Fahrzeugen in Menschenmengen fuhren.

In Frankreich wurden seit Anfang 2015 bei islamistischen Anschlägen 239 Menschen getötet. Seit der Pariser Anschlagsserie vom 13. November 2015 mit 130 Toten herrscht in dem Land der Ausnahmezustand. Er wurde zuletzt bis Anfang November verlängert.

sti/jj (afp, dpa)

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