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Aktuell Europa

Trauerfeier für Opfer des Zugunglücks

Mindestens 79 Tote - das ist die vorläufige Bilanz des Zugunglücks von Galicien. Spanien gedachte mit einer Trauerfeier der Opfer. Der Lokführer muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Mit einem bewegenden Trauergottesdienst hat Spanien nach der Bahnkatastrophe von Santiago de Compostela Abschied von den 79 Todesopfern genommen. "Spanien und Galicien tragen Euch im Herzen", rief der Erzbischof von Santiago, Julián Barrio, in der Kathedrale des Pilgerorts im Nordwesten des Landes. "Es war ein harter Schlag, wir haben alle gelitten".

An der Trauerfeier nahmen unter anderen der aus Santiago stammende Ministerpräsident Mariano Rajoy, Kronprinz Felipe und Gattin Letizia sowie Königstochter Elena teil. Sie alle umarmten und trösteten Hinterbliebene und Freunde der Opfer (s. Artikelbild). Hunderte von Menschen verfolgten die Andacht in der Kathedrale sowie in der Nähe des Gebäudes, das über einer Grabstätte steht, die dem Apostel Jakobus zugeschrieben wird und Ziel des Jakobsweges ist. Zum Zeichen der Trauer begannen die Glocken lange vor Beginn der Messe zu läuten.

22 Verletze in "kritischem Zustand"

Der Lokführer des Zuges wird sich wegen fahrlässiger Tötung in 79 Fällen vor Gericht verantworten müssen. Der 52-jährige Francisco José Garzón hatte am Sonntag vor dem Ermittlungsrichter eingeräumt, er habe beim Unglück unachtsam gehandelt.

Dennoch wurde er nach der Vernehmung unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt.  Er muss sich nun wöchentlich bei dem Gericht melden, darf das Land in den nächsten sechs Monaten nicht verlassen und während dieser Zeit keine Züge fahren.

Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr Garzón am Mittwochabend wenige Kilometer vor der Einfahrt in den Bahnhof von Santiago seinen Zug in einer Tempo-80-Zone aus noch unbekannten Gründen mit 190 Kilometern pro Stunde in die Tragödie. Die Waggons des Zuges wurden bei dem Unglück auseinandergerissen und sprangen aus den Schienen. Insgesamt 79 Insassen, darunter neun Ausländer, starben. Von den 70 Verletzten im Krankenhaus befanden sich nach offiziellen Angaben noch 22 in ernstem Zustand.

gmf/pg (afp, dpa)

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