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Kultur

Trauerfeier für Jackson wurde weltweit verfolgt

Millionen Fans rund um den Globus haben Abschied von Michael Jackson genommen. In Los Angeles wurde eine ergreifende Trauerfeier voller Musik und berührender Worte für diesen "Giganten" des Show-Geschäfts zelebriert.

Jacksons vergoldeter und über und über mit Blumen geschmückter Sarg (Foto: dpa)

Jacksons vergoldeter und über und über mit Blumen geschmückter Sarg

Die Trauerfeier im Staples Center von Los Angeles wurde am Dienstag (07.07.2009) von Fernsehsendern weltweit übertragen. Die Sender rechneten mit mehreren hundert Millionen Zuschauern. Die Zeremonie gilt als eines der größten Ereignisse der Showgeschichte. Auch einige deutsche Fernsehsender hatten für das Ereignis ihr Programm umgestellt, weltweit wurde die Trauerfeier zudem live im Internet übertragen. Dutzende Kinos in den USA luden zu einem Public Viewing ein.

Ansturm der Fans blieb aus

Auf einem großen Poster vor der Staples Center unterschreibt ein Fan (Foto: ap)

Auf einem großen Poster vor dem Staples Center unterschrieben Fans

In Los Angeles sperrte die Polizei das Gelände um das Staples Center großräumig ab. Damit sollten Fans ohne Eintrittskarten ferngehalten werden. Die Rechnung ging offenbar auf: Statt des befürchteten Ansturms von bis zu einer Million Besuchern fanden sich nach Polizei-Angaben kaum mehr als tausend Fans rund um die Absperrungen ein.

Mehr als 1,6 Millionen Menschen hatten sich um die 17.500 Eintrittskarten für die Trauerfeier beworben, die ihnen Zutritt zum Staples Center verschafften. Per Losentscheid wurden 8750 Fans ausgewählt, die je zwei Tickets erhielten. Außerdem kamen etwa 2500 weitere geladene Gäste zu der Trauerfeier.

Weltstars verneigen sich in Achtung, Liebe und Respekt

Die Jackson Brüder tragen den Sarg ins Staples Center (Foto: ap)

Die Jackson Brüder tragen den Sarg ins Staples Center

Die Feier begann mit mehreren Minuten des Schweigens und der stillen Andacht, anschließend wurde Jacksons vergoldeter und mit einem großen Blumenbouquet geschmückter Sarg auf die Bühne gebracht. Soulstar Smokey Robinson verlas Würdigungen von Soul-Diva Diana Ross und dem südafrikanischen Anti-Apartheidkämpfer und ehemaligen Präsidenten Nelson Mandela. "Michael war ein Gigant und eine Legende im Musikgeschäft", ließ Mandela übermitteln, "meine Frau und ich trauern mit Millionen Menschen in der Welt." Von Diana Ross hieß es: "Michael war meine Liebe - ein wunderbarer Teil meines Lebens."

Für die rund 20.000 Gäste war die Trauerfeier eine Achterbahn der Gefühle. Die Redner erinnerten mit ebenso lustigen wie anrührenden Geschichten an ihre gemeinsame Vergangenheit mit dem "King of Pop". Mariah Carey und ihr Kollege Trey Lorenz sangen den Hit "I'll Be There", mit dem Jackson gemeinsam mit seinen Brüdern als Jackson Five seine beispiellose Karriere begonnen hatte. Sein Bruder Jermaine widmete ihm sichtbar bewegt Charlie Chaplins Trostlied "Smile". Der blinde Sänger und Jackson-Freund Stevie Wonder sagte: "Das ist ein Augenblick, von dem ich mir gewünscht hätte, dass er nie kommt."

Usher singt am Sarg von Jackson (Foto: ap)

Sänger Usher versagte kurzseitig die Stimme, während er den Song "Gone Too Soon" sang

Jackos Tochter: "Der beste Vater"

Zum Abschluss der zweieinhalbstündigen Veranstaltung kamen in einem ergreifenden Augenblick auch Jacksons Kinder Prince (12), Paris (11) und Blanket (7) auf die Bühne, die er zeitlebens vom Scheinwerferlicht ferngehalten hatte. "Daddy war der beste Vater, den man sich vorstellen kann. Ich wollte nur sagen, dass ich ihn so sehr liebe", sagte die kleine Paris, brach in lautes Schluchzen aus und flüchtete sich in die Arme ihrer Tante Janet Jackson. Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe, die Mutter seiner beiden ältesten Kinder, nahm entgegen ursprünglicher Angaben nicht an der Trauerfeier teil.

Enge Verwandte und einige wenige geladene Freunde Jacksons hatten bereits am Morgen in aller Stille dem Sänger ein letztes Goodbye gesagt. Die private Trauerfeier fand auf dem Forest Lawn, einem Prominentenfriedhof in den Hügeln Hollywoods, statt. Medien waren nicht zugelassen. Auf dem Forest Lawn Friedhof ist neben vielen Hollywood-Größen auch Jacksons Großmutter beerdigt.

Beklemmende Stille in Berlin

In Deutschland verfolgten Jackson-Anhänger unter anderem in der Berliner Arena O2 World das Ereignis. Rund 10.000 Menschen versammelten sich dort am Dienstagabend, um gemeinsam von der Pop-Ikone Abschied zu nehmen. Über acht Großbildschirme flimmerten die Live-Bilder von der Trauerfeier in Los Angeles. Zahlreiche Zuschauer waren zu Tränen gerührt. Die Auftritte von Lionel Richie, Stevie Wonder und Mariah Carey wurden von den Fans mit lautem Applaus bedacht. Während der Zeremonie herrschte aber meist beklemmende Stille in der Arena. Erst wenige Minuten vor dem Ende kam die Stimmung auf, die sich der "King of Pop" womöglich gewünscht hatte: so etwas wie Ausgelassenheit. Nahezu alle Zuschauer erhoben sich, als der Song "Heal The World" erklang, lautstark klatschten sie in die Hände.

Stätte der Beisetzung ist unbekannt

Der Sarg mit dem Leichnam von Michael Jackson wurde nach der Trauerfeier an einen unbekannten Ort gebracht. Die Familie hat bislang nicht gesagt, wann und wo Jackson beerdigt werden soll. (mas/rb/ap/dpa)

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