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Abschied von Hildegard Hamm-Brücher

Trauerfeier für Hildegard Hamm-Brücher

Mit einem Gottesdienst haben Angehörige, Freunde und politische Weggefährten Abschied von der früheren FDP-Politikerin genommen. Sie würdigten besonders, wie die Verstorbene die Freiheit zu ihrem Lebensthema machte.

Deutschland Trauergottesdienst für Hildegard Hamm-Brücher (picture-alliance/dpa/S. Hoppe)

Der Sarg von Hildegard Hamm-Brücher wird in München aus der evangelischen Kriche St. Lukas getragen

Die langjährige FDP-Politikerin war am 7. Dezember im Alter von 95 Jahren gestorben. An der Gedenkfeier nahmen auch Bundespräsident Joachim Gauck und die Präsidentin der Jüdischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, teil. Insgesamt waren in der Münchner Lukaskirche rund 500 Menschen zugegen.

Hamm-Brücher hatte die Politik der FDP lange mitgeprägt und war 54 Jahre lang Parteimitglied. 2002 trat sie nach antiisraelischen Äußerungen des damaligen FDP-Vizes Jürgen Möllemann aus der Partei aus. In den Kriegsjahren hatte sie erlebt, wie ihre jüdische Großmutter sich aus Angst vor Deportation das Leben nahm.

Bildergalerie Wahlmänner Wahlfrauen Wahlleute Bundespräsidentenwahl 2012 (picture-alliance/dpa)

Hildegard Hamm-Brücher im Jahr 2012

"Eine streitbare Protestantin"

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm würdigte Hamm-Brücher als streitbare Protestantin. "Freiheit war ihr Lebensthema", sagte er. Sie habe entscheidend mitgeholfen, innerhalb der bayerischen Landeskirche die Zulassung von Frauen zum Pfarramt zu erwirken, erklärte der Bischof, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter nannte Hamm-Brücher im Anschluss an die Feier eine "Grande Dame" der Demokratie. Sie habe mit ihrer politischen Pionierarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg dafür gesorgt, "dass Politik und Demokratie in Deutschland heute dasselbe sind". 

Auch der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) bezeichnete Hamm-Brücher als moralische Instanz und als "Beispiel für den Mut, Überzeugungen auch treu zu bleiben, wenn es stürmt". In den Gesprächen der letzten Jahre habe sie sich besorgt über den Zustand der Demokratie geäußert. Dennoch sei Hamm-Brücher immer überzeugt gewesen, dass die deutsche Gesellschaft gerade aufgrund ihrer Geschichte stark genug sei, sich gegen neuen Rassismus und religiöse Intoleranz zu wehren, sagte der FDP-Politiker.

Hildegard Hamm-Brücher wurde 1921 in Essen geboren und wuchs ab elf Jahren als Vollwaise auf. Sie studierte Chemie in München. Im Jahr 1948 wurde Hildegard Hamm-Brücher Stadträtin in München, später Landtagsabgeordnete in Bayern, dann Staatssekretärin im hessischen Kultusministerium. Sie war Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft und die erste Staatsministerin im Auswärtigen Amt in Bonn.

lf/se (dpa, epd)

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