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Aktuell Europa

Trauer und Entsetzen nach dem Absturz

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord steht Deutschland unter Schock. An der Unglücksstelle in den französischen Alpen nahmen die Einsatzkräfte ihre Arbeit am frühen Morgen wieder auf.

Ohne Schnee, Regen oder stärkeren Wind sind die Witterungsbedingungen in dem zerklüfteten Tal, in dem die Trümmer der Germanwings-Maschine liegen, besser als zunächst befürchtet. Zentraler Ausgangspunkt der Bergungskräfte in die schwer zugängliche Absturzregion ist Seyne-les-Alpes. Von dem Ort mit rund 1200 Einwohnern sollten die mehr als 300 Polizisten und 380 Feuerwehrleute operieren. Die Unglücksursache ist weiter unklar. Einer der Flugschreiber wurde inzwischen gefunden. Die Auswertung soll Aufschluss über die Absturzursache geben.

Schock und Trauer

Bei dem Absturz waren am Dienstag mit großer Wahrscheinlichkeit alle 150 Insassen des Airbus A320 ums Leben gekommen. An Bord waren vermutlich 67 Deutsche, darunter auch 16 Schüler und zwei Lehrer eines Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Haltern sowie zahlreiche Spanier. Die weiteren Opfer kamen aus Großbritannien, Dänemark, Australien, Israel, Mexiko, Kolumbien, Argentinien und Japan. Die Maschine verunglückte am Vormittag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf. In Haltern wurde das Joseph-König-Gymnasium, wo 18 der Unglücksopfer zur Schule gingen und arbeiteten, geschlossen. In der Schule wurde ein Krisenstab gebildet. Notfallseelsorger waren im Einsatz, Schüler legten Blumen nieder. Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel sprach vom "schwärzesten Tag in der Geschichte der Stadt".

Frankreich Seyne-les-Alpe Germanwings Absturzstelle Trümmer (Foto: DPA)

Die Absturzstelle liegt an einer schwer zugänglichen Stelle in den französischen Alpen

Am Flughafen Düsseldorf kümmerten sich am späten Dienstagabend weiterhin Betreuer um Hinterbliebene der tödlich verunglückten Fluggäste. "Aktuell sind noch 16 in der VIP-Lounge", sagte ein Sprecher des Flughafens Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur. Zeitweise seien etwa 45 bis 50 Menschen, die auf Angehörige oder Freunde warteten, gleichzeitig betreut worden. Insgesamt 150 Mitarbeiter unter anderem von Airport, Airline und Feuerwehr hätten sich um die Betroffenen gekümmert. Laut der Evangelischen Kirche im Rheinland waren auch 15 Mitarbeiter der Flughafenseelsorge und der Notfallseelsorge im Einsatz.

Merkel reist an die Absturzstelle

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird an diesem Mittwoch am Unglücksort erwartet. Sie will die Absturzstelle am Nachmittag zusammen mit Frankreichs Staatschef François Hollande und dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy besuchen. Bereits am Dienstag waren Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zu der Unglücksstelle gereist. Steinmeier äußerte sich nach einem Flug über den Absturzort entsetzt: "Vor Ort zeigt sich ein Bild des Grauens."

Unterdessen strich die Fluggesellschaft Germanwings zahlreiche Flüge. Etliche Besatzungen hatten ihren Dienst nach Angaben der Muttergesellschaft Lufthansa nicht angetreten. "Einige haben ihren Dienst aus persönlichen Gründen nicht angetreten, aber nicht aus Sorge, dass da was im Argen liegt", sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Einzelheiten nannte sie nicht. Wie viele Beschäftigte nicht zum Dienst erschienen und welchen Flughäfen betroffen waren, blieb zunächst offen.

Technische Probleme?

Das Nachrichtenportal "Spiegel Online" hatte zuvor berichtet, es habe am Montag ein Problem an der "Nose Landing Door" gegeben. Eine die Lufthansa-Sprecherin bestätigte dies. Die "Nose Landing Door" ist laut "Spiegel online" eine Klappe, die sich am Rumpf öffnet und schließt, wenn das Bugrad aus- und eingefahren wird. "Das ist kein sicherheitsrelevantes Thema, sondern ein Geräuschthema. Das Problem wurde routinemäßig behoben", sagte die Lufthansa-Sprecherin.

cr/wa (dpa, afp)