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Aktuell Europa

Trauer und Entsetzen nach Busunglück in der Schweiz

Nach dem schweren Busunglück mit 28 Toten herrscht in ganz Europa Fassungslosigkeit. Auch Kanzlerin Merkel zeigte sich erschüttert. Die Angehörigen müssen nun die Toten identifizieren.

Das Busunglück einer belgischen Schülergruppe in der Schweiz hat in beiden Ländern, aber auch in ganz Europa große Bestürzung ausgelöst. Es gebe kein Wort für den Schmerz ein Kind zu verlieren, sagte der belgische Regierungschef Elio di Rupo am Unglücksort. Er rief einen nationalen Trauertag aus.

Die Bundespräsidentin der Schweiz, Eveline Widmer-Schlumpf, äußerte sich ebenfalls tief erschüttert. Gerade als Mutter dreier Kinder könne sie nachfühlen, wie schmerzhaft es sei, ein Kind auf diese Weise zu verlieren, so die Schweizer Bundespräsidentin. Kanzlerin Angela Merkel schrieb in einem Telegramm an den belgischen Ministerpräsidenten Di Rupo: "Ich möchte Ihnen und Ihren Landsleuten in dieser schweren Stunde die Anteilnahme der Menschen in Deutschland und mein ganz persönliches Mitgefühl ausdrücken."

Der Reisebus war auf der Rückfahrt von einer Skifreizeit gewesen, als er am Dienstagabend im Autobahntunnel bei Siders (Sierre) im Kanton Wallis nach rechts abkam, die Fahrbahnbegrenzung überfuhr und frontal gegen die Betonmauer einer Nothaltebucht prallte. Die Bergung der Verletzten und Toten habe bis zum Morgen gedauert, sagte der Leiter der Rettungszentrale.

Im Bus saß eine Gruppe mit etwa zwölf Jahre alten Kindern aus zwei Schulen in den flämischen Orten Heverlee und Lommel. Bei dem Unglück starben 22 Kinder und sechs Erwachsene, darunter auch die beiden Busfahrer.

Eltern müssen Opfer identifizieren

Unterdessen sind am Donnerstag Eltern und Angehörige zu den toten Kindern gebracht worden, teilte ein Sprecher der Kantonspolizei im Wallis mit. In einer Kapelle in Sitten sollen sie die sterblichen Überreste formell identifizieren. Sollte es nicht möglich sein, die Toten am Aussehen oder an den Kleidern zu erkennen, werde eine DNA-Analyse in Auftrag gegeben.

In Brüssel beriet die belgische Regierung derweil bei einer Sondersitzung, wie die 28 Toten und 24 Verletzten heimgeführt werden könnten. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Laurette Onkelinx befinden sich unter den 24 verletzten Kindern noch vier Schwerverletzte. Zahlreiche verletzte Kinder könnten jedoch bereits am Donnerstag entweder vom belgischen Militär oder von Rettungsflugzeugen der Versicherungsgesellschaft nach Hause gebracht werden. Für den Transport stehen zwei Flugzeuge zur Verfügung. Die Regierung will noch im Laufe des Tages über die Gestaltung eines Tages der nationalen Trauer entscheiden.

Unfall-Ursache noch unklar

Nach wie vor ist nicht geklärt, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Ersten Ermittlungen zufolge war der Bus nicht mit überhöhter, sondern ordnungsgemäßer Geschwindigkeit unterwegs. Die Staatsanwalt geht nach eigenen Angaben drei möglichen Ursachen nach - einem technischen Problem, einem Gesundheitsproblem des Fahrers oder menschlichem Versagen. Die Kinder waren nach ersten Erkenntnissen der Behörden angeschnallt.

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Nach dem schweren Busunglück in der Schweiz

Trotz der Annahme, dass der Bus nicht mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war, blieb von dem Fahrzeug nach dem schweren Aufprall nur noch ein Wrack übrig: Die Windschutzscheibe war zerborsten, das Dach aufgerissen. Augenzeugen, die wenige Minuten nach dem Unglück dort eintrafen, sagten, dass zahlreiche Sitze aus ihren Verankerungen gerissen wurden und die Insassen zerquetschten. Bis zum Eintreffen der Rettungsdienste dauerte es nach offiziellen Angaben 20 Minuten, bis zum Bergen der Verletzten weitere zwei Stunden.

Der 2002 erstmals zugelassene Bus gehört zum belgischen Unternehmen "Toptours", das nach Angaben des belgischen Verkehrsministers Melchior Wathelet einen "ausgezeichneten Ruf" hat. Eine Übermüdung des Fahrers schloss die Walliser Polizei als Ursache aus. Der Bus sei erst 20 Minuten vor dem Unglück losgefahren.

haz/li (dpa, rtr, dapd)

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