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Nahost

Trauer um Schiitenführer im Irak

Tausende Iraker nehmen Abschied von einem der einflussreichsten Schiiten-Führer ihres Landes. Der Vorsitzende des Hohen Rates für die islamische Revolution, Abdul Asis al-Hakim, ist an Lungenkrebs gestorben.

Portrait des Schiitenführer al-Hakim (Foto: AP)

In einem Krankenhaus in Teheran gestorben: Abdul Asis al-Hakim

Tausende Menschen haben am Donnerstag (27.08.2009) dem verstorbenen Schiitenpolitiker Abdul Asis al Hakim die letzte Ehre erwiesen. An der Trauerfeier für den Iraker in Teheran nahm auch der iranische Außenminister Manutschehr Mottaki teil. Die sterblichen Überreste al-Hakims sollen im Lauf des Tages zur Bestattung nach Basra geflogen werden.

Der Chef der größten Schiitenpartei im Irak starb am Mittwoch (26.08.2009) im Alter von 60 Jahren in einem Krankenhaus im Iran. Bereits vor zwei Jahren war bei Al-Hakim Lungenkrebs diagnostiziert worden, den er im Iran therapieren ließ. Dort war er bereits vor zwei Wochen in ein Krankenhaus eingeliefert worden, weil sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert hatte.

Abdul Asis al-Hakim bei einem Treffen mit US-Präsident Georg W. Bush (Foto: AP)

Der Schiiten-Führer pflegte gute Kontakte zur Bush-Regierung

Abdul Asis al-Hakim hatte mit seiner Partei "Islamische Revolution im Irak" (SCIRI) für eine autonome Schiiten-Region im Süd- und Mittelirak gekämpft und galt im Irak als größter Konkurrent von Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Er unterhielt gute Kontakte sowohl in die USA als auch in den Iran.

Leben im iranischen Exil

Al-Hakim hatte während des 21 Jahre dauernden Regimes von Saddam Hussein im iranischen Exil gelebt und dort 1982 die Partei SCIRI gegründet, bevor er nach der US-Invasion im Jahr 2003 in den Irak zurückkehrte. Nachdem sein Bruder bei einem Anschlag ums Leben kam, wurde Abdul Asis al-Hakim Parteivorsitzender und entschied sich gegen eine Regierungsbeteiligung. Nach Meinung von Beobachtern, gefalle sich al-Hakim in der Rolle des Königsmachers, der im Hintergrund agiert. Erst Anfang der Woche hatte der SCIRI ein Bündnis mit Anhängern des radikalen Geistlichen Muktada al-Sadr geschlossen, um bei den Parlamentswahlen im Januar gemeinsam aufzutreten. (stg/tk/ap/afp/dpa)

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