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Kultur

Trauer um Prinzessin Margaret

Wenige Tage nach dem Beginn der Feierlichkeiten zum 50. Thronjubiläum von Königin Elizabeth II. ist deren jüngere Schwester Margaret im Alter von 71 Jahren gestorben. Sie erlag den Folgen eines Schlaganfalls.

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Prinzessin Margaret im Jahr 2000

Nach einem skandalträchtigen Leben und jahrelanger Krankheit ist Prinzessin Margaret – das "Enfant terrible" der britischen Königsfamilie – am frühen Samstagmorgen an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Wegen ihres starken Zigaretten- und Alkoholkonsums hatte Prinzessin Margaret bereits seit langem unter gesundheitlichen Problemen gelitten. Die Beisetzung wurde auf den kommenden Freitag festgelegt. Aus aller Welt gingen Beileidsbekundungen ein. Bundespräsident Johannes Rau kondolierte der Queen ebenso wie US-Präsident George W. Bush und Papst Johannes Paul.

Nach ihrem vierten Schlaganfall in vier Jahren war Margaret in der Nacht zum Samstag mit starken Herzbeschwerden ins Krankenhaus gebracht worden. Wenige Stunden später starb sie im Beisein ihrer beiden Kinder "friedlich im Schlaf", hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Buckingham-Palastes. Königin Elizabeth II., die erst am 6. Februar den 50. Todestag ihres Vaters König George VI. sowie ihr goldenes Thronjubiläum begangen hatte, sei "tief traurig über den Tod ihrer geliebten Schwester", teilte ihr Büro mit. Ihre für die nächsten Wochen geplanten Staatsbesuche werde sie jedoch nicht absagen.

Besorgnis um die Queen Mum

Besorgt richteten die Königsfamilie und die Öffentlichkeit ihr Augenmerk auf die 101-jährige Mutter der Verstorbenen, Queen Mum. Es gebe nichts schlimmeres für einen Menschen, als sein eigenes Kind zu Grabe tragen zu müssen, schrieb die Zeitung "The Times". Prinz Charles eilte zu seiner Großmutter nach Schloss Sandringham, um ihr Beistand zu leisten. Von dort aus hielt er eine Fernsehansprache, in der er seine "geliebte Tante" würdigte. Er lobte ihren "wundervoll freien Geist" und ihre Lebenslust.

Als "Tragisch", "unerfüllt", "einsam" und "frustriert" beschrieb die britische Presse Margarets Leben. "Wir können froh sein, dass die Zeiten vorbei sind, als Frauen einen so hohen Preis für ihre Pflichterfüllung zahlen mussten", hieß es unter Anspielung auf Margarets erzwungene Trennung von ihrer großen Liebe, dem geschiedenen Bürgerlichen Peter Townsend.

Auf Heirat mit Geschiedenem verzichtet

Das Britische Königshaus (1937)

Die königliche Familie im Jahr 1937

Margaret Rose wurde am 21. August 1930 als jüngere Tochter des späteren Königs Georg VI. und der heute 101-jährigen Königinmutter Elizabeth in Glamis in Schottland geboren. Während ihre Schwester auf ihre künftige Rolle als Königin vorbereitet wurden, genoss Margaret größere Freiheiten. Dennoch verwehrte es ihr die Konvention, den geschiedenen Luftfahrtattache Peter Townsend zu heiraten. Nach starkem Druck der Königsfamilie, der Regierung und der anglikanischen Kirche gab sie 1955 offiziell ihren Verzicht auf Townsend bekannt. Diesen Verlust soll sie nie verwunden haben. Enge Freunde betonten indessen, wie lebensfroh sie immer gewesen sei.

Unglückliche Ehe

1960 heiratete Margaret den Fotografen Anthony Armstrong-Jones, den späteren Earl of Snowdon und Viscount Linley, mit dem sie zwei Kinder hatte. Die Ehe geriet schon bald in Schwierigkeiten, und immer häufiger berichtete die Regenbogenpresse über das mitunter turbulente Eigenleben der Prinzessin. So soll sie eine Affäre mit dem Jazzpianisten Robin Douglas-Home gehabt haben. 1976 trennten sich Margaret und ihr Mann, zwei Jahre später wurden sie geschieden. In dieser Zeit machte ihre Liaison mit dem 17 Jahre jüngeren Playboy Roddy Llewellyn Schlagzeilen.

Virtuell kondolieren

Auf der Website des Königshauses wurde ein Kondolenzbuch eingerichtet. Hunderte Trauernde kamen zum Buckingham-Palast und zu Margarets Wohnsitz im Kensington-Palast. Der britische Premierminister Tony Blair äußerte sich "zutiefst betrübt".

Der Tod Margarets wirft einen Schatten auf das Goldene Thronjubiläum der Königin. Gleichwohl will diese nach der Trauerfeier, die am Freitag im engsten Familienkreise auf Schloss Windsor stattfinden soll, zu einer Reise nach Jamaika, Neuseeland und Australien aufbrechen. (pf)

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