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Aktuell Deutschland

Trauer um Peter Struck

Der frühere SPD-Fraktionschef und Verteidigungsminister ist nach einem schweren Herzinfarkt gestorben. Struck wurde 69 Jahre alt. Sein Tod wurde parteiübergreifend mit Bestürzung aufgenommen.

Für seine Partei hatte Peter Struck verschiedene Ämter inne. In der Zeit des ersten rot-grünen Kabinetts unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) übernahm er zunächst den Fraktionsvorsitz. Nach dem Rücktritt von Rudolf Scharping wurde Struck im Jahr 2002 Verteidigungsminister und prägte den Satz: "Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt". Er verschaffte sich bei Rekruten und Generälen viel Anerkennung in seiner Amtszeit.

Seit Jahren gesundheitlich angeschlagen

Struck war schon seit Jahren gesundheitlich angeschlagen. Im Juni 2004 führte er das Amt des Verteidigungsministers trotz eines Schlaganfalls weiter. Nach Bildung der großen Koalition Ende 2005 verlor die SPD das Verteidigungsressort an die Union. Struck rückte damals bis zum Ende der Legislaturperiode wieder an die Spitze der SPD-Fraktion. Mit Unionsfraktionschef Volker Kauder bildete er ein erfolgreiches Gespann, um das Bündnis von Christ- und Sozialdemokraten auch in Krisen zusammenzuhalten.

26.04.2005: Der damalige Bundesverteidigungsminister Struck geht durch das Bundeswehrlager Camp Warehouse in Kabul (Foto: dapd)

"Er hat die Soldaten gemocht und sie ihn" - Verteidigungsminister Struck im April 2005 in Afghanistan

Nach der Bundestagswahl 2009 zog er sich dann aus der aktiven Politik zurück. Seit zwei Jahren war Struck Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Erst am Montag war er in dieses Amt wiedergewählt worden.

Merkel: ein großer Sozialdemokrat

Strucks Tod wurde über die Parteigrenzen hinweg mit Bestürzung aufgenommen. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte, die Nachricht erfülle ihn mit tiefster Trauer. "Mit ihm verliert Deutschland einen aufrechten und authentischen Charakter, der wie kaum ein anderer die Verteidigungspolitik des Landes verkörpert hat. Er hat die Soldaten gemocht und sie ihn."

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Tiefe Trauer um Peter Struck

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte Struck als bedeutenden Parlamentarier und großen Sozialdemokraten. "In der Großen Koalition habe ich ihn als einen hart argumentierenden, dabei jedoch stets verlässlichen Partner kennen- und schätzen gelernt." SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nannte Struck einen unverwechselbaren Charakter auf der Bühne der Politik. "Wir verlieren einen Freund, einen engen Weggefährten, einen Mann voller Herzenswärme, Humor und Lebensklugheit", erklärte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Die Menschen hätten ihn gemocht "für seine Offenheit, Geradlinigkeit und für seine klaren Ansagen". Linken-Fraktionschef Gregor Gysi erklärte, Struck habe nie das Gefühl für die Situation der Bevölkerung und für Menschen in Armut verloren. "Er konnte sich freundschaftlich, kollegial und solidarisch verhalten, inzwischen eher eine Rarität in der Politik", so Gysi.

Der 1943 in Göttingen geborene Struck - Sohn eines Autoschlossers - studierte Jura, nach der Promotion zum Dr. jur. mit einer Arbeit über Jugenddelinquenz und Alkohol war er in der Hamburger Verwaltung tätig. Von 1990 bis 1998 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Struck gehörte insgesamt 29 Jahre dem Parlament an. Glatze, Schnauzbart und die Pfeife im Mund waren seine Markenzeichen. Zu seinen großen Leidenschaften außerhalb der Politik gehörte das Motorradfahren.

wl/sti (afp, dapd, dpa, rtr)

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