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Aktuell Amerika

Trauer um Muhammad Ali: Die Welt soll Abschied nehmen

Auch bei seinem letzten Kampf wollte Muhammad Ali offenbar lange Zeit nicht aufgeben. Doch seine Trauerfeier hatte er bereits größtenteils selbst geplant - um sich auch beim Abschied von der Welt selbst treu zu bleiben.

Der Leichnam von Muhammad Ali werde am Freitag mit einem großen Trauerzug durch die Straßen seiner Heimatstadt Louisville getragen, "damit jeder aus der ganzen Welt, der dabei sein möchte, sich von ihm verabschieden kann", sagte der Sprecher der Familie Bob Gunnell. Unter anderem führe die Strecke auch über den Muhammed Ali Boulevard und vorbei an anderen Stellen der Stadt, die für Alis Karriere wichtig gewesen seien.

Um 14 Uhr (Ortszeit) beginne dann die eigentliche Trauerfeier im Yum Center, einer rund 20.000 Menschen fassenden Veranstaltungsarena im Stadtzentrum. An der von einem muslimischen Imam geleiteten Zeremonie sollen Geistliche verschiedener Religionen teilnehmen. Als Trauerredner sind neben Ex-Präsident Bill Clinton auch zwei langjährige Wegbegleiter Alis vorgesehen: Komiker Billy Crystal und Sportjournalist Bryant Gumbel. Die Veranstaltung soll live im Internet übertragen werden. Alis Kinder, Enkelkinder, Cousins und sein Bruder nehmen den Angaben zufolge bereits am Donnerstag in einer privaten Zeremonie Abschied. Vieles von dem, was geplant sei, habe Ali noch selbst bestimmt, sagte Gunnell.

Ali starb an einer Blutvergiftung

Trauernde können in Louisville die gesamte Woche über ihr Beileid im Muhammad Ali Center bekunden, einem von Ali gegründeten multikulturellen Zentrum und Museum über sein Leben. Statt Geschenken oder Blumen wünsche die Familie sich Spenden für dieses Center, damit es die humanitäre Arbeit Alis fortsetzen könne.

Muhammad Ali macht Boxbewegung (Foto: picture alliance)

Fast die Häfte seines Lebens kämpfte Muhammad Ali gegen die Parkinson-Krankheit

Der legendäre Schwergewichts-Boxer war am Freitagabend im Alter von 74 Jahren nach einem langen Kampf gegen die Parkinson-Krankheit gestorben. Laut seinem Sprecher war die offizielle Todesursache ein "septischer Schock aus nicht spezifizierten natürlichen Gründen". Die Komplikationen seien auf die jahrzehntelange Parkinson-Erkrankung Alis zurückzuführen gewesen, so Gunnell.

"Das Herz hörte nicht auf zu schlagen"

Der Sprecher stellte klar, dass Ali bereits am Montag ins Krankenhaus eingeliefert worden sei - und nicht erst am Donnerstag, wie die Familie zunächst mitgeteilt hatte. "Wir hatten noch viel Hoffnung, dass es eine Wende gibt", sagte Gunnell. Dann habe sich aber herausgestellt, dass sich Alis Zustand verschlechterte. Er habe die letzte Stunden seines Lebens im engsten Familienkreis verbracht.

"Ein Organ nach dem anderen hat versagt, aber das Herz hörte nicht auf zu schlagen", sagte Alis Tochter Hana. "30 Minuten lang hat das Herz noch geschlagen, so etwas hat noch niemand gesehen, ein weiteres Zeichen der Kraft seines Geistes und Willens." Ali hinterließ neun Kinder - sieben Töchter und zwei Söhne. Zuletzt lebte er mit seiner vierten Ehefrau Lonnie im Großraum Phoenix.

Obama: Ali hat die Welt aufgerüttelt

US-Präsident Barack Obama sprach der Witwe kurz nach der Todesnachricht telefonisch sein Beileid aus. Obama habe gesagt, wie "ungewöhnlich es war, den 'Champion' dabei zu erleben, wie er den Bogen der Geschichte veränderte", sagte Präsidentensprecherin Jennifer Friedman. Muhammad Ali habe "für das gekämpft, was richtig war", erklärte der US-Präsident. Der Box-Champion habe "die Welt aufgerüttelt". "Wenn Champions siegen, werden sie auf den Schultern von Menschen getragen. Wenn Muhammad Ali siegte, wurden WIR auf SEINEN Schultern getragen", schrieb der schwarze US-Bürgerrechtler Jesse Jackson auf Twitter über Ali.

Die Flaggen in der Geburtsstadt der Box-Legende wehten am Samstag auf Halbmast. Trauernde legten an dem Museum, das Muhammad Ali gewidmet ist, Blumen nieder. Viele suchten das Haus auf, in dem Ali als Cassius Clay seine Kindheit verbrachte. Auch am Krankenhaus in Scottsdale, wo Ali starb, versammelten sich Trauernde. Weltweit legten Anhänger des ehemaligen Schwergewichtschampion Blumen und Kränze nieder - unter anderem in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo, wo Ali 1974 in einem legendären Kampf gegen George Foreman zum zweiten Mal Weltmeister wurde.

ww/haz (afp, dpa)

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