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Aktuell Deutschland

Trauer um Klaus Bölling

Er war der Inbegriff des Regierungssprechers in der BRD: Klaus Bölling - Journalist, Politiker, Publizist. Er wirkte als Sprecher von Helmut Schmidt in dessen schwierigster Zeit. Nun ist Bölling mit 86 Jahren gestorben.

Klaus Bölling - wer ihn in Bonn erlebte, der erinnert sich an einen Herrn und einen Meister der gut gesetzten Formulierung. Und man erinnert sich an den Deutschen Herbst 1977, an die Terroranschläge der Roten Armee Fraktion (RAF) und an die Politik der sozialliberalen Koalition unter Kanzler Helmut Schmidt.

Miterfinder des "Weltspiegels"

Geboren in Potsdam, begann Klaus Bölling seine journalistische Karriere 1947 beim Berliner "Tagesspiegel" und bei RIAS Berlin. Später ging er zum Westdeutschen Rundfunk, wo er in den 60er Jahren zusammen mit Gerd Ruge die Sendung "Weltspiegel" entwickelte. 1969 wechselte Bölling nach Washington und leitete dort vier Jahre lang das ARD-Studio. Anschließend übernahm er das Intendantenamt bei Radio Bremen. 1974 holte ihn der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) als Sprecher der Bundesregierung nach Bonn.

Klaus Bölling und Helmut Schmidt

Der Kanzler und sein Sprecher

Während der Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" durch ein palästinensisches Kommando 1977 hielt Bölling Kontakt zu den Flugzeugentführern im somalischen Mogadischu. Die Kidnapper hatten mit der Entführung RAF-Terroristen aus deutschen Gefängnissen freipressen wollen. Die Passagiere der "Landshut" wurden jedoch durch die Anti-Terror-Einheit GSG 9 befreit.

Im Februar 1981 wurde Bölling dann Nachfolger von Günter Gaus als Ständiger Vertreter der Bundesrepublik in der damaligen DDR. Ein Jahr später kehrte das SPD-Mitglied jedoch in das Amt als Regierungssprecher zurück und übte diese Tätigkeit bis zum Ende der sozialliberalen Koalition 1982 aus.

Mit Glaubwürdigkeit Vertrauen geschaffen

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nannte Bölling in einer ersten Würdigung "das allseits bekannte Gesicht und die Stimme der Regierung von Helmut Schmidt". Der Deutsche Herbst habe im kollektiven Bewusstsein der Bundesrepublik Deutschland tiefe Spuren hinterlassen. "Auch in diesen wirklich schwersten Momenten und unter allergrößtem Druck hat Klaus Bölling mit seiner ruhigen Art und großen Glaubwürdigkeit Vertrauen geschaffen."

ml/kle (KNA, afp)