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Aktuell Deutschland

Trauer um Hans Werner Henze

Musik sei für ihn "das Gegenteil von Sünde – sie ist Erlösung, das versprochene Land", soll Hans Werner Henze einmal gesagt haben. Er gehörte zu den bedeutendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Im Alter von 86 Jahren ist Hans Werner Henze in Dresden gestorben. Er zählt zu den meistgespielten zeitgenössischen Komponisten. Die Semperoper in Dresden hatte ihre Spielzeit 2012/2013 mit der Premiere der Antikriegsoper "Wir erreichen den Fluss - We come to the river" des in Westfalen geborenen und in Italien lebenden Henze eröffnet. Der 86-Jährige kam noch persönlich zur Premiere und wurde schon vor der Aufführung vom Publikum stürmisch gefeiert.

Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze im Jahr 1965 (Archivfoto: Schott Music)

Ingeborg Bachmann war für Henze Freundin, Librettistin und Muse

Der Mainzer Musikverlag Schott Music würdigte Henze als einen der "vielseitigsten und wirkungsvollsten Komponisten unserer Zeit" mit einer grenzenlosen musikalischen Fantasie. In seiner künstlerischen Laufbahn entstanden mehr als 130 Werke, darunter 40 Bühnenwerke und zehn Symphonien.

Musik und Politik

Bereits im Alter von zwölf Jahren hatte Henze erste Klavierstücke komponiert. Seinen internationalen Durchbruch schaffte er 1964 mit der Oper "Der junge Lord", die gemeinsam mit Ingeborg Bachmann entstand. Die Zusammenarbeit mit der Dichterin zählte ebenso zu den Höhepunkten seines Schaffens wie die Musikdramen "Elegie für junge Liebende" (1961) und "Die Bassariden", die 1966 in Salzburg bejubelt wurde.

Prägend waren für ihn seine Erfahrungen in der Kriegsgefangenschaft. Henze betrachtete sich als politischen Künstler, der zu den Fragen seiner Zeit in einer neuen Musiksprache Stellung beziehen wollte. So thematisierte er beispielsweise das faschistische Deutschland, die Studentenproteste von 1968 und die Revolution in Kuba. 1988 gründete Henze die Münchener Biennale, deren künstlerischer Leiter er bis 1994 war.

rb/uh (afp, dapd, dpa, schott music)

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