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Deutschland

Trauer um getötete Bundeswehr-Soldaten

Die deutschen Soldaten in Afghanistan nehmen Abschied von ihren gefallenen Kameraden. Im Feldlager Kundus findet an diesem Sonntag eine Trauerfeier statt - in Anwesenheit von Entwicklungsminister Niebel.

Soldaten Fallschirmjägerkaserne im niedersaechsischen Seedorf zum Abschiedsappell angetreten (Archivfoto: ap)

Soldaten in der Fallschirmjäger- kaserne im niedersächsischen Seedorf zum Appell angetreten. Die gefallenen Soldaten kamen aus dieser Kaserne (Archivfoto).

Bei den bisher folgenschwersten Gefechten der Bundeswehr mit Taliban-Kämpfern in Afghanistan waren am Karfreitag in der Region Kundus insgesamt drei deutsche Soldaten getötet und acht verletzt worden. Die gefallenen Soldaten waren beim Fallschirmbataillon 373 im niedersächsischen Seedorf stationiert, wie das Bundesverteidigungsministerum mitteilte.

Im Anschluss an die Trauerfeier im Lager Kundus, an der auch Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel teilnehmen wird, sollen die Leichen der getöteten Soldaten nach Deutschland geflogen werden. Vier bei den Gefechten schwerverletzte Bundeswehr-Soldaten sind bereits wieder in Deutschland. Sie landeten am Samstagabend mit einer Militärmaschine auf dem Flughafen Köln-Wahn und wurden von dort aus ins Bundeswehr-Krankenhaus nach Koblenz gebracht.

Ausgebranntes Bundeswehr-Fahrzeug (Foto: AP)

Afghanen betrachten ein bei den Gefechten vom Freitag ausgebranntes Bundeswehr-Fahrzeug

Spirale der Gewalt

Am Samstag war bekanntgeworden, dass im Zusammenhang mit den schweren Kämpfen vom Freitag auch fünf oder sechs Mann der afghanischen Sicherheitskräfte erschossen wurden - und zwar durch Bundeswehrsoldaten. "Irrtümlich", wie es heißt. Die Afghanen waren nach Militär-Angaben in Zivilfahrzeugen unterwegs und hatten trotz Aufforderung durch die Bundeswehr nicht angehalten. Daraufhin schoss ein Schützenpanzer vom Typ Marder auf eines der Fahrzeuge. Erst später habe sich herausgestellt, dass es sich um Fahrzeuge der afghanischen Armee gehandelt habe, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mit. Der Vorfall werde untersucht.

Der Gouverneur von Kundus kritisierte das Vorgehen der Bundeswehr: "In Zukunft sollte sie vorsichtiger vorgehen. Es sollte mehr Absprachen zwischen beiden Seiten bei solchen Einsätzen geben", sagte Mohammad Omar.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai ihr Beileid aus. Bei einem Telefonat habe Karsai seinerseits Mitgefühl angesichts des Todes der Bundeswehrsoldaten ausgedrückt, teilte ein Regierungssprecher in Berlin mit. Gemeinsam mit Generalinspekteur Volker Wieker will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an diesem Sonntag in Bonn zu den jüngsten Ereignissen in Afghanistan Stellung beziehen.

Mehr Verständnis und Rückhalt

Dirk Niebel in Kabul (foto: dpa)

Derzeit in Afghanistan: Dirk Niebel

Bundesminister Niebel, der in den vergangenen Tagen in Afghanistan Wiederaufbauprojekte inspiziert hatte, forderte für den dortigen Bundeswehr-Einsatz mehr Rückhalt in der deutschen Bevölkerung ein. Das tödliche Gefecht vom Karfreitag habe gezeigt, "wie gefährlich die Situation für unsere Soldaten dort ist", sagte Niebel nach Gesprächen mit deutschen Soldaten in Masar-i-Sharif der Zeitung "Bild am Sonntag". "Sie wünschen sich mehr Verständnis dafür, dass sie sich, manchmal auch präventiv, wehren müssen. Und sie verstehen nicht, wenn sie sich dafür in der deutschen Öffentlichkeit rechtfertigen müssen oder sogar strafrechtlich verfolgt werden", sagte Niebel.

Autor: Christian Walz (dpa, afp, apn, rtr)
Redaktion: Gerd Winkelmann

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