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Asien

Trauer um Corazon Aquino

Sie galt als Vorkämpferin der Demokratie: Corazon Aquino, die 1986 nach dem Ende der Diktatur von Ferdinand Marcos erste Präsidentin der Philippinen wurde, ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

Philippinische Ex-Präsidentin Corazon Aquino (Foto: AP)

Corazon Aquino war von 1986 bis 1992 Präsidentin der Philippinen

"Unsere Mutter ist friedlich um 3.18 Uhr (Ortszeit) an einem Herz- und Lungenstillstand gestorben", teilte ihr Sohn, Benigno Aquino Junior, am Samstag (01.08.2009, Ortszeit) in der philippinischen Hauptstadt Manila mit. Die 76-Jährige war seit einiger Zeit an Darmkrebs erkrankt. Seit Ende Juni hatte Aquino im Krankenhaus gelegen, nachdem sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert und der Krebs auf weitere Organe übergegriffen hatte.

Ehemann von Marcos-Schergen erschossen

Corazon Aquino hatte 1986 nach 20 Jahren der Unterdrückungsherrschaft den Diktator Ferdinand Marcos mit einer friedlichen Revolution von der Macht abgelöst. Ihr Mann Benigno "Ninoy" Aquino, ein prominenter Marcos-Gegner, war drei Jahre zuvor bei seiner Rückkehr aus dem Exil von Schergen des Diktators auf dem Flughafen von Manila erschossen worden.

Aquino bei einer Kundgebung im Januar 1986 (Foto: AP)

Aquino bei einer Kundgebung im Januar 1986

Nach dem Mord wuchs der Widerstand gegen den Diktator und gipfelte in einem Volksaufstand. In dem viertägigen Aufstand brachte Aquino Marcos und seine Familie zu Fall und trieb ihn in die Flucht nach Hawaii, wo er 1989 starb.

In ihrer sechs Jahre währenden Regierungszeit hatte Aquino mit kommunistischen Rebellen zu kämpfen und überstand mehrere blutige Putschversuche. 1992 trat sie nicht wieder zur Wahl an, nachdem sie sich im Gezerre um eine neue Verfassung und eine Agrarreform aufgerieben hatte.

Hohes internationales Ansehen

Auf den Philippinen galt die ehemalige Hausfrau als Ikone der Demokratie. Vom Volk wurde sie liebevoll "Cory" genannt. Weil sie ihrem Land die Demokratie wiedergebracht hatte, genoss sie auch international hohes Ansehen. Das US-Nachrichtenmagazin "Time" ernannte Aquino 1986 zur "Frau des Jahres", 1987 wurde sie für den Friedensnobelpreis nominiert. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt wurde Aquino zur Kämpferin für Demokratie und Frieden in aller Welt. Zuhause wurde die streng gläubige Katholikin zu einer Moralinstanz.

Nach den skandalträchtigen Wahlen 2004, bei denen die derzeitige Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo der Wahlfälschung bezichtigt wurde, setzte Aquino sich an die Spitze der Regierungskritiker und forderte Arroyo zum Rücktritt auf. "Wir müssen alle beten, denn wir wissen, dass uns nur Gott helfen kann", sagte sie 2008 bei einem Massenprotest.

Nach Bekanntwerden des Tods von Corazon Aquino erklärte die philippinische Regierung eine zehntägige Staatstrauer. Sie soll außerdem ein Staatsbegräbnis erhalten.

(gri/wl/dpa/ap/afp/dpa)

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