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Fußball

Trauer überschattet erfolgreiche WM-Quali

Nach der erfolgreichen WM-Qualifikation für Südafrika trübte die Tragödie um Torwart Robert Enke das Fußballjahr der Herren-Nationalmannschaft. Die Fußball-Frauen feierten ihren siebten EM-Titel.

Özil und Klose feiern das 1:0 am 10. Oktober in Moskau gegen Russland (Foto: AP)

Zwei Erfolgsgaranten: Özil (li.) und Klose jubeln in Moskau

Das Fußball-Jahr der Nationalmannschaft endete mit einer Tragödie. Robert Enke, der gute Chancen hatte, bei der WM 2010 im Tor zu stehen, nahm sich am 10. November das Leben. "Bei uns herrscht Fassungslosigkeit, Sprachlosigkeit und auch ein bisschen Hilflosigkeit", sagte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff zum Freitod Enkes. Der Torhüter litt seit Jahren unter Depressionen, die er vor der Öffentlichkeit verbergen konnte. Im deutschen und internationalen Fußball genoss der 32-jährige Kapitän von Hannover 96 hohes Ansehen, wie auch DFB-Präsident Theo Zwanziger hervorhob: "Ein großartiger junger Sportler, ein erfolgreicher Fußballer, bei vielen Clubs angesehen. Ein junger Mann mit einem tollen Charakter mit einer super Ausstrahlung auf Menschen mit bescheidenem Auftreten. Warum ist er dann in dieser ausweglosen Situation?"

Torhüter Robert Enke vor einer Deutschlandfahne (Foto: AP)

Robert Enke spielte acht Mal für die Nationalmannschaft

Die Antwort konnte der Deutsche Fußball-Bund nicht geben. Er sagte aber ein Test-Länderspiel am 14. November in Köln gegen Chile ab. Eine Freundschaftspartie vier Tage später in Gelsenkirchen gegen die Elfenbeinküste endete noch unter dem Eindruck der Trauerfeier 2:2. Nach der Partie sagte Doppeltorschütze Lukas Podolski: "Ich war auf jeden Fall froh, als der Schiedsrichter angepfiffen hatte. Vor dem Spiel waren die Gedanken bei Robert. Aber ich habe mich umso mehr gefreut, dass wir dann auch endlich wieder Fußball spielen konnten."

Showdown in Moskau

KLose mit Salto nach seinem Treffer zum 1:0 in Moskau gegen Russland (Foto: dpa)

Klose zelebriert sein entscheidendes 1:0 in Moskau

Sportlich stand die Nationalmannschaft 2009 im Zeichen der WM-Qualifikation für Südafrika. Hier gab sich das DFB-Team keine Blößen und schlug zunächst Liechtenstein in Leipzig mit 4:0. Wales wurde in Cardiff 2:0 bezwungen. Und gegen das von Berti Vogts trainierte Aserbaidschan gab es gleich zwei Siege: Ein 2:0 in Baku und gar ein 4:0 Hannover. Alles lief auf das große Finale am 10. Oktober in Moskau gegen den Gruppen-Konkurrenten Russland hinaus. Nach 35 Minuten setzte Lukas Podolski Mesut Özil auf der linken Seite in Szene. Dessen Vorlage verwandelte Miroslav Klose zum entscheidenden 1:0. "Ich glaube, wir sind mit dem Druck sehr gut umgegangen und haben ein klasse Spiel gemacht, sind aggressiv immer am Mann gewesen und haben die entscheidende Chancen vorne genutzt", sagte Klose, der seinen Treffer mit einem Salto feierte.

Matchwinner war neben Klose Torhüter René Adler von Bayer Leverkusen, der für den erkrankten Enke spielte. "Es war das emotionalste Spiel meiner Karriere." Adler verhinderte mehrfach den drohenden Ausgleich der Russen, die bis zum Schlusspfiff gefährlich waren: "Dass es persönlich für mich so gut lief, das macht mich unheimlich glücklich", sagte Adler.

Nur eine Niederlage 2009

Bundestrainer Löw wird von seinen Nationalspielern umringt (Foto: AP)

Bundestrainer Löw im Kreise seiner Nationalspieler

Deutschland hatte mit dem Triumph von Moskau vorzeitig die WM-Qualifikation perfekt gemacht. Bundestrainer Joachim Löw war stolz auf die Mannschaft, "auch auf die älteren Spieler, die mit ihrer Erfahrung vorangegangen sind und auch diesen Mut ausgestrahlt haben. Und stolz auch auf die jungen Spieler, die ja teilweise zuletzt noch in der U21 gespielt haben." Im bedeutungslosen letzten Qualifikationsspiel gegen Finnland am 14. Oktober in Hamburg war dann die Motivation weg. Das Nationalteam musste sich mit einem 1:1 begnügen.

Insgesamt absolvierte die DFB-Auswahl 2009 elf Länderspiele. Die einzige Niederlage gab es bereits zum Auftakt mit dem 0:1 gegen Norwegen in Düsseldorf. Auch bei weiteren Testspielen konnte das Nationalteam selten glänzen. Bei der umstrittenen Asienreise zur Jahresmitte reichte es gegen China nur zu einem 1:1, gegen die Vereinigten Arabischen Emirate sprang immerhin ein 7:2 heraus. Und WM-Gastgeber Südafrika konnte im September mit 2:0 bezwungen werden.

EM-Titel für die Frauen

Die deutschen Fußball-Frauen feiern den Gewinn der Europameisterschaft in Finnland (Foto: AP)

Die deutschen Frauen in Feierlaune nach dem EM-Gewinn in Finnland

Ein erfolgreiches Jahr erlebten auch die deutschen Fußball-Frauen. Bei der Europameisterschaft in Finnland bezwang das DFB-Team im Finale den Kontrahenten England klar mit 6:2. "Wir haben im richtigen Moment die Tore gemacht" sagte die zweifache Torschützin Birgit Prinz. "England war immer wieder dran und wir haben immer wieder nachgelegt. Das zermürbt eine Mannschaft ungemein."

Deutschland holte zum siebten Mal den Europameistertitel. Das Erfolgsgeheimnis beschrieb Mittelfeldspielerin Simone Laudehr: "Wir bestehen aus so vielen jungen talentierten Spielern, die sich mit den Erfahrenen vereinen und kombinieren." Dann fragte sie sich: "Wo soll das enden?", und gab sich selbst die Antwort: "Ich hoffe bei der WM 2011. Vielleicht können wir die gewinnen und auch noch einmal Gold bei den Olympischen Spielen holen."

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Olivia Fritz

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