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Sexualität

Transgender-Model als Playmate des Monats: Ines Rau, Frau für Männerträume

Der "Playboy" war ja schon immer etwas für Intellektuelle: diese Interviews ( ... ja ja), tolle Reportagen (...schon klar)! Jetzt hat das Zentralorgan für Barbusiges eine für die USA 2017 ungewöhliche Auswahl getroffen.

Als Junge geboren, ist Ines Rau inzwischen ein international gefragtes Fotomodel. Nun hat das US-Blatt "Playboy" nach dem Tod von Gründer Hugh Hefner erstmals ein Transgender-Model zum Playmate des Monats gekürt. Die 26-jährige Rau ist auf der berühmten Doppelseite in der November-Ausgabe des Magazins zu sehen.

"Ich lebte lange Zeit, ohne zu sagen, dass ich Transgender bin", wird Rau in einem Artikel zitiert. "Ich ging auf viele Dates und vergaß es fast. Ich hatte Angst, niemals einen Freund zu finden und für seltsam gehalten zu werden." Dann habe sie aber erkannt, dass sie einfach "sie selbst" sein müsse. Es sei "eine Rettung", die Wahrheit über sich selbst auszusprechen. "Die Menschen, die dich ablehnen, sind es nicht wert. Es geht nicht darum, von anderen geliebt zu werden, es geht darum, sich selbst zu lieben", so Ines Rau.

Die Playboy-Redaktion lässt die geneigten Leser unter Berufung auf Hefner wissen: "Für die, die das nicht ertragen können, Hugh Hefner hat für die Rechte aller Menschen gekämpft. Das ist wunderschön anzuschauen", so der "Playboy" auf Twitter.

Ines Rau, Französin mit nordafrikanische Abstammung, war zuvor bereits in der italienischen Ausgabe der "Vogue" zu sehen und auch Teil einer Kampagne der französischen Modemarke Balmain.

Ein Spind für's Poster im Weißen Haus?

Auf den Titel hat die Frau es übrigens nicht gebracht. Der ist in der jüngsten Ausgabe für die Monate November/Dezember dem Gründer Hugh Hefner vorbehalten. Hefner war Ende September im Alter von 91 Jahren in Los Angeles gestorben. Den "Playboy" hatte er im Jahr 1953 gegründet. Dessen Mischung aus Nacktaufnahmen, Artikeln, Interviews, Herrenwitzen und Tipps für den Umgang mit Frauen veränderte in den folgenden Jahrzehnten nach und nach die Moralvorstellungen der prüden US-amerikanischen Gesellschaft. Bis hin zu einem US-Präsidenten, der sich mitunter für seine Sprüche über Frauen rechtfertigen muss. Doch ob Donald J. Trump das Playmate-Poster mit dem Transgender-Model gefällt?

Hugh Hefner Gründer Playboy Magazin (picture-alliance/AP Photo/K. Dowling)

Als wollte er uns noch viel Vergnügen wünschen: Hugh Hefner auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2011

Aber wahrscheinlich hat ein US-Präsident keinen Spind, an dessen Tür er das Poster heften könnte. - In der jüngsten "Playboy"-Ausgabe wird also der Verleger gewürdigt, der sich das mit den Hasenohren für die Frauen ausdachte, ihnen damit den Titel "Bunnies" einhandelte und mit Udo Jürgens eines gemeinsam hatte: Er ließ sich gerne im Bademantel ablichten. Zur Unterscheidung: Jürgens' Bademantel bei den Zugaben seiner Konzerte war blütenweiß, der von Hefner in aller Regel: rot.

ml/haz (dpa, Playboy)