Transgender-Model als ″Playboy″-Covergirl | Lebensart | DW | 11.01.2018
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Lebensart

Transgender-Model als "Playboy"-Covergirl

Auf den ersten Blick ist alles wie immer: eine nackte Frau auf dem Cover des Männer-Magazins "Playboy". Aber etwas ist anders: Giuliana Farfalla ist eine Trans-Frau. Bislang wurde sie durch Casting-Shows bekannt.

Die aktuelle Februar-Ausgabe des deutschen "Playboy" beweist Mut. Oder aber die Redaktion hat einen besonders einfallsreichen PR-Strategen für ihre Eigenwerbung eingeschaltet. Auf jeden Fall sorgt das Cover des neuen Playboy im Netz schon jetzt für Debatten.

Es zeigt Model und Trans-Frau Giuliana Farfalla (21), die kurvenreich für den Fotografen des Männer-Magazins posiert. Bislang trat sie relativ erfolglos bei Casting-Shows wie "Germany's Next Top Model" in Erscheinung: 2017 war sie in der 12. Staffel dabei, hatte aber keine Chance. Bislang sind bei der Show von Heidi Klum erst zwei Transgender-Models als Kandidatinnen angetreten.

Bewährungsprobe im "Dschungel-Camp"

Protegiert und unterstützt wird sie vom Model-Trainer Michael Michalsky. Trotzdem schaffte sie es bei "Germany's Next Top Model" nicht unter die Top Ten. Inzwischen hat Giuliana ihre braunen Haar blond gefärbt und ihre Nase vom Schönheitschirurgen bearbeiten lassen. Ob das hilft, wird ihre Teilnahme an der TV-Show "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" zeigen. Für den TV-Dschungel ist sie gerade nach Australien gereist.

Geboren wurde Giuliana 1996 als Junge, sie hieß früher Pascal Radermacher. "Mit sieben oder acht Jahren habe ich meiner Mutter gesagt, dass ich doch lieber ein Mädchen sein möchte", so Giuliana gegenüber dem Privatsender RTL. Im Alter von 16 Jahren begann sie dann eine Geschlechtsumwandlung. Sie habe sich immer "im falschen Körper" gefühlt, sagt sie heute. Die Umwandlung in eine Frau ist mithilfe einer gezielten Hormonbehandlung möglich - und durch einen operativen Eingriff, der die Transgender-Person auch äußerlich zur Frau macht.

Transgender-Model Benjamin Melzer (picture-alliance/dpa/C. Sedel)

Benjamin Melzer war 2016 der erste Transgender-Mann auf dem Titelbild von "Men's Health"

Neuer Trend in Mode und Celebrity-Magazinen

Die Modeindustrie hat die Transgender-Models beiderlei Geschlechts längst für ihre Branche entdeckt - die Szene ist dafür bekannt, Besonderheiten und Außergewöhnliches begierig aufzugreifen: Models mit auffälligen Tattoos, sichtbaren Prothesen und anderen Behinderungen gehören längst zum Alltag auf den Laufstegen der internationalen Modeschöpfer und in den Hochglanz-Magazinen. 2017 gab es etwa eine Modeschau nur mit Models, die Trisomie 21 haben.

Inwieweit die kurvenreiche Präsenz von Giuliana Farfalla im "Playboy" für ihre Bekanntheit sorgen wird, wird man sehen. Zunächst einmal wird es dem Blatt vermutlich zu einer Auflagensteigerung verhelfen. Der Chefredakteur der deutschen Ausgabe, Florian Boitin, zollt Farfalla auf jeden Fall Anerkennung: "In erster Linie ist sie eine ganz besondere Frau. Und zugleich ein wunderschöner Beleg dafür, wie wichtig der Kampf um das Recht auf Selbstbestimmung ist".

hm/nf (ap/dpa/süddeutsche.de)

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