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Filme

Trainspotting-Fortsetzung startet in den USA

Älter, aber immer noch irre (gut). 20 Jahre später versammelt "T2" den kompletten Ursprungscast - von Ewan McGregor über Robert Carlyle bis zu Jonny Lee Miller. Hält die zweite Runde, was sie verspricht?

Der ikonische Monolog von Darsteller Ewan McGregor im Original von 1996 wird auch das Tempo der Fortsetzung bestimmen: Nur endet er nicht mehr mit "Wer braucht Gründe, wenn man Heroin hat." Stattdessen geht es in "Trainspotting 2" um eine "unbekannte Droge, die in irgendeiner Küche hergestellt wurde". Das "Ja" des bürgerliche Lebensentwurf ist nicht mehr ein "Ja zu einem pervers großen Fernseher, zu Waschmaschinen, Autos, CD-Playern und elektrischen Dosenöffnern" sondern ein "Ja" zu Facebook, Twitter, Instagram und der Hoffnung, "dass es irgendwo irgendjemand kümmert". Die vier drogensüchtigen Anti-Helden der in Schottland spielenden Tragikomödie von Regisseur Danny Boyle sind älter, aber was ist ansonsten aus ihnen geworden?

Kann die Fortsetzung dem Original das Wasser reichen?

Ewen Bremner, Ewan McGregor, Danny Boyle, Jonny Lee Miller, Robert Carlyle Trainspotting 2 Film (picture-alliance/AP Photo/J.Ryan)

Trainspotting-Cast heute: Ewen Bremner, Ewan McGregor, Regisseur Danny Boyle, Jonny Lee Miller, Robert Carlyle (v.l.n.r.)

Also zum ersten: Sie sind alle wieder dabei. Ewan McGregor als Mark Renton, Jonny Lee Miller als "Sick Boy", Ewen Bremner als "Spud" und Robert Carlyle als "Begbie". Sogar Rentons Gespielin Diane (Kelly McDonald) tritt wieder auf. Danny Boyle, der mittlerweile Oscars und Golden Globes im Regal stehen hat, führte Regie. Das Drehbuch basiert - wie schon das Original - auf einem Roman des provokativen Schriftstellers Irvine Welsh. Auf seinen 2002 erschienenen Fortsetzungsroman "Porno" baut das Skript aber nur lose auf - schließlich sind die Hauptfiguren nun ja bereits zwanzig Jahre älter. Welsh sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass er den zweiten Film besser finde: "Klar, der erste hatte so eine Energie, er hat eine Welt gezeigt, die bis dahin viele Leute nicht kannten. Dieser Film ist vielschichtiger, er hat mehr Tiefe."

 

Der Plot

Renton (Ewan McGregor) kehrt, nachdem er lange in Amsterdam gelebt hat, in seinen Heimatort, in den Stadtteil Leith in Edinburgh, zurück. Dort warten neben seinem alten Freund Spud auch die früheren Weggefährten "Sick Boy" und "Begbie" auf ihn, die Renton damals nach einem Drogengeschäft um jeweils 4000 Pfund betrogen hatte. "Edinburgh als Stadt ist viel präsenter als im ersten Film, es war wunderbar hier zu drehen", schwärmte Ewan McGregor bei der Premiere in der irischen Hauptstadt am vergangenen Sonntag. Der erste Teil war hauptsächlich in Glasgow entstanden.

 

Die Charaktere

Dreharbeiten Trainspotting 2 (Getty Images/J.J.Mitchell)

Auch zwanzig Jahre später noch ganz schön verrückt - Ewan Bremner als "Spud"

Drogen spielen immernoch eine zentrale Rolle: Kokain und Viagra haben Heroin abgelöst. Zwanzig Jahre später ist "Sick Boy" ein Zuhälter, der sich die zunehmende Gentrifizierung Edinburghs zunutze macht. Der abgedrehte "Begbie" ist aus dem Gefängnis geflohen und gewaltbereiter denn je. Der tolpatschige "Spud" ist immernoch für hochnotpeinliche Szenen a la Tischtuchszene aus Teil 1 gut. "Spud"-Darsteller Ewen Bremner bescheinigte dem Film "eine Menge Humor", betonte aber gleichzeitig: "Es geht um den wirklichen Daseinskampf, um das, womit Menschen ihr Leben füllen, um irgendwie weiterzumachen. Ob das Heroin ist, oder etwas anderes, mit dem man die Leere zu füllen und den Schmerz zu heilen versucht."

 

Der Soundtrack

Der neue Film referenziert immer wieder auf den maßgeblichen Soundtrack von 1996, darunter einen Remix von Iggy Pop's "A Lust for Life". Soundtrack zur Fortsetzung erscheint parallel zum UK-Filmstart und ist ähnlich vielversprechend wie sein Vorgänger, hier eine Auswahl zum reinhören:

 

Die Versöhnung

Übrigens kam es anlässlich der Wiedervereinigung des Casts auch zur Beilegung eines lange schwelenden Konfliktes: Für die Hauptrolle von "The Beach" zog Danny Boyle Ende der 1990er-Jahre Leonardo di Caprio vor. "Ich machte den Fehler, Danny eine professionelle Entscheidung persönlich übel zu nehmen. Ich war jung und dumm", sagte Ewan McGregor dazu abgeklärt. "Aber ich bereue die Filme, die wir nicht miteinander machen konnten, weil Funkstille herrschte." Nun also eine Versöhnung zwischen Darsteller und Regisseur, passend zum Thema der Fortsetzung: Denn auch in "T2" geht es um Betrug und Versöhnung. Was am Ende triumphiert, darüber können sich die Kinozuschauer jetzt ihr eigenes Bild machen.

 

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