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Reise

Traditioneller Kocherlball in München

Einst war es ein frühmorgendlicher Tanzball der Hausangestellten, am 23. Juli feiern ihn wieder tausende Münchner. Schon ab 6 Uhr morgens versammeln sie sich rund um den Chinesischen Turm im Englischen Garten.

Die ersten stehen bereits um 4.30 Uhr im Morgengrauen im Biergarten, um sich einen Tisch zu sichern und ihn zu dekorieren: mit Spitzentischdecken, Kerzenleuchtern und Blumen. Auch das Frühstück darf - nach traditioneller Biergartentradition - jeder selbst mitbringen. Nur die Getränke müssen an der Schänke gekauft werden. Wer sich lieber bedienen lassen will, bekommt im Restaurant am Chinesischen Turm schon ab 6 Uhr bayerische Spezialitäten serviert.

Bis etwa 10 Uhr vormittags wird dann bei Livemusik ausgelassen getanzt: Es stehen der Walzer, aber auch typische Volkstänze wie die Polka oder der Zwiefache auf dem Programm, wobei ausgebildete Tänzer die Schritte noch einmal zeigen. Sie haben ein Herz für diejenigen, die noch nicht oft oder noch nie einen echten Volkstanz getanzt haben. So treibt die traditionelle Musik schließlich jedem die Müdigkeit aus den Beinen.

Wie einst im biedermeierlichen München

Ursprünglich entstand der Ball aus einer Tradition der Hausangestellten. Weil diese um 1880 nicht viel Freizeit hatten, trafen sie sich schon im Morgengrauen und tanzten und feierten noch vor der täglichen Arbeit. In Erinnerung daran verkleiden sich noch heute viele Teilnehmer als "Kocherl" (Köche), Dienstmädchen oder Hausdiener.

Wer nicht ganz so früh aufstehen möchte, ist später immer noch herzlich willkommen. Der Ball ist zwar offiziell um 10.00 Uhr beendet, aber auch danach gibt es schöne Trachten zu bewundern und eine Brotzeit im Biergarten zu genießen. Andere umgehen das Frühaufstehen, in dem sie schon am Vorabend kommen und einfach die Nacht durchfeiern. Mit bis zu 20.000 Gästen ist der Kocherlball die meistbesuchte Tanzveranstaltung Münchens.

ej/at (Stadt München)

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