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Politik

Traditionell enge Beziehungen zum Hindukusch

Dass die UN-Friedenskonferenz nach Deutschland einberufen wurde, ist auch eine Anerkennung des beharrlichen deutschen Engagements für eine Lösung der Dauerkrise in Afghanistan.

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Bundesaußenminister Joschka Fischer vor der UNO-Vollversammlung

Diese Anerkennung muss eine Befriedigung sein für alle jene deutschen Diplomaten, die in den Gremien der Vereinten Nationen jahrelang versucht haben, der blutigen Selbstzerfleischung der Bürgerkriegsparteien ein Ende zu setzen.

Wie zum Beispiel Norbert Heinrich Holl. Der Abteilungsleiter im Auswärtigen Amt wurde im Juli 1996 vom damaligen UNO-Generalsekretär Boutros Boutros Ghali zum UN-Sonderbotschafter für Afghanistan ernannt. Es war in einer Zeit, als die Taliban bereits Teile des Landes kontrollierten. Im Norden herrschte damals Usbekengeneral Raschid Dostum, und in der Hauptstadt Kabul saß noch Präsident Burhanuddin Rabbani.

"Vorsichtig optimistisch", wie er selbst sagte, trat Holl sein Amt an, doch schon wenige Monate später, im September 1996, drangen die Taliban nach Kabul vor und errichteten ihr Schreckensregime in Afghanistan. Alle Vermittlungsversuche des deutschen Diplomaten scheiterten und 15 Monate später warf er entnervt das Handtuch, nachdem ihm der UN-Generalsekretär den algerischen Diplomaten Lakhdar Brahimi als Sonderbeauftragten für Afghanistan vor die Nase gesetzt hatte.

Mangel an Versöhnungswillen

Auch Brahimi gab zwei Jahre später auf, enttäuscht vom mangelnden Versöhnungswillen der Kriegsparteien und der Nachbarländer. Afghanistan verschwand immer mehr von der Tagesordnung der Weltpolitik. Selbst in den Gremien der UNO reduzierte sich der Konflikt fast ausschließlich auf die humanitäre Frage. Erst die Zerstörung der weltberühmten Buddha-Statuen in der zentralafghanischen Provinz Bamian rissen das Land aus der Vergessenheit und riefen den deutschen UN-Botschafter Dieter Kastrup uf den Plan, der als Leiter der Afghanistan-Resolutionen der Vereinten Nationen fungiert.