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Asien

Trügerische Ruhe in Bangladesch?

Knapp zwei Tage dauerten die Gefechte zwischen den paramilitärischen "Bangladesh Rifles" und der regulären Armee in der Hauptstadt Dhaka. Am Donnerstag war die Meuterei beendet. Viele Fragen aber bleiben.

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Die Grenzsoldaten haben aufgegeben - aber ist die Lage damit tatsächlich unter Kontrolle?

Die Regierung von Premierministerin Sheikh Hasina Wajed hat ihre erste Feuerprobe bestanden. Die meuternden Soldaten der Grenztruppe legten am Donnerstag ihre Waffen nieder, nachdem Sheikh Hasina mit einem harten Vorgehen drohte. Panzer und Truppentransporter fuhren vor dem Hauptquartier der Grenztruppen auf und ließen keinen Zweifel an Hasinas Drohungen zu. Zudem hatte die Regierungschefin den Meuterern eine Amnestie angeboten und versprochen, sich ihrer Beschwerden über niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen anzunehmen.

Schwelende Unzufriedenheit bei der Truppe

Nach Ansicht von Ex-General Harun Ur Rashid brodelt es bereits seit längerem in den Grenztruppen. Allerdings seien Beschwerden über Missstände nicht ernst genommen worden. Ein fahrlässiges Versäumnis, meint der Ex-General, denn „wären diese früher erkannt worden, wäre die Meuterei wahrscheinlich vermeidbar gewesen.“

Bangladesh Soldaten Paramilitär Hauptquartier

Die Waffen sind niedergelegt

Auch die Gründe für die tief sitzende Unzufriedenheit bei den Grenztruppen sind offenbar nicht neu. „Die Offiziere der 'Rifles' stammen aus der Armee und sind bei den Grenztruppen unerwünscht. Außerdem gab es in den letzten zwei Jahren finanzielle Unregelmäßigkeiten“, erklärt Ex-General Sayad Muhammad Ibrahim. Dem jetzigen Oberkommandierenden, Generalmajor Shakil Ahmed, wird vorgeworfen, Gelder aus dem Lebensmittelfonds der Grenztruppen veruntreut zu haben.


Bewährungsprobe bestanden – zumindest vorerst

Sheikh Hasina

Regierungschefin Sheikh Hasina

Sheikh Hasina hatte nur einen Tag vor Beginn der Meuterei die Grenztruppen besucht und ihnen versprochen, sich ihrer Anliegen verstärkt anzunehmen. Offenbar kam es danach zu Streitigkeiten zwischen Offizieren und Soldaten, in deren Verlauf der Aufstand begann. Der Premierministerin ist es zwar gelungen, die Meuterei zügig zu beenden, doch ob sie als Siegerin aus dem Machtkampf heraus gegangen ist, wird sich noch zeigen müssen. So warnt Ex-General Harun Ur Rashid vor verfrühtem Optimismus. Immerhin habe das Land gerade erst zwei Jahre Ausnahmezustand ohne gewählte Regierung hinter sich. Die neue Regierung sei erst seit Anfang Januar im Amt und es sei noch längst nicht klar, ob es ihr tatsächlich gelingen werde, die Streitkräfte dauerhaft unter Kontrolle zu halten. „Die Meuterei kam also jetzt zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt.“ Nach Ansicht von Experten könnte der Aufstand der Grenztruppen nur die Spitze eines Eisberges sein, denn innerhalb der Gesellschaft ist die Unzufriedenheit über steigende Lebensmittelprise, zunehmende Armut und weit verbreitete Korruption groß. Die Regierung von Sheikh Hasina ist nun gezwungen zu handeln.



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