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Wirtschaft

Trübe Aussichten für die Weltwirtschaft

Die OECD hat ihren Wirtschaftsausblick vorgelegt und zeichnet ein düsteres Bild. Das Wachstum bleibt weltweit schwach, die Arbeitslosigkeit im Euroraum hoch.

In den kommenden Jahren erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), ein Club von 34 mehrheitlich wohlhabenden Ländern, nur einen leichten Anstieg des weltweiten Wachstums.

Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den großen Volkswirtschaften sowie erhebliche Risiken und Schwachstellen.

Das weltweite Wachstum wird den Prognosen zufolge von 3,25 Prozent in diesem auf 3,75 Prozent im nächsten Jahr anziehen und 2016 dann fast vier Prozent erreichen.

Die großen Volkswirtschaften allerdings müssen sich mit weniger zufriedengeben. Ihr Wachstum werde unter dem Durchschnitt der Werte bleiben, die in den zehn Jahren vor der Krise verzeichnet wurden. Im Euroraum wird die Arbeitslosigkeit laut OECD auf besonders hohem Niveau bleiben.

Für China zeichne sich ein Wachstumsrückgang ab. Auch das Wachstum für Russland und Brasilien dürfte nach Ansicht der OECD eher schwach bleiben, während es sich in Indien, Indonesien und Südafrika kontinuierlich erhole. In den USA und in Großbritannien rechnet die OECD mit einem stärkeren Wachstum als im Euroraum und in Japan.

Weltwirtschaft

Bescheiden sind auch die Aussichten beim Welthandel: Hier könnte sich das Wachstum zwar etwas beleben, bleibe jedoch deutlich schwächer als vor der weltweiten Finanzkrise.

Die Inflation dürfte in vielen OECD-Ländern unter den Zielvorgaben bleiben, was die Konjunkturforscher auch auf die stark rückläufigen Mineralöl- und Nahrungsmittelpreise zurückführen. Für den Euroraum bestehe allerdings das Risiko, dass die Preise auf breiter Front fallen, wenn die Wirtschaft nicht wächst.

Die Weltwirtschaft steht laut OECD unter anhaltendem Druck. Als Gründe nennt die Organisation starke Schwankungen an den Finanzmärkten, fehlendes Vertrauen in das künftige Wachstum sowie die angespannte Finanzlage von Banken und Haushalten. Den Finanzsektor mahnt die OECD, die Bankbilanzen zu stärken.

Europäische Aufgaben

Für einige Länder - vor allem im Euroraum - sieht die OECD sogar die Gefahr einer sich verfestigenden Stagnation, also einer Periode ohne wirtschaftliches Wachstum. In der Eurozone stelle sich die Frage, wie angesichts der hohen Staatsschulden gleichzeitig investiert werden kann.

Gegen die in vielen Ländern hohe Arbeitslosigkeit empfiehlt die OECD, Unternehmen weniger zu belasten. Außerdem mahnt sie vielfältige Reformen an, so Christian Kastrop, Direktor für wirtschaftspolitische Studien der OECD: "Im Wesentlichen sind das Arbeitsmarktreformen, Produktmarktreformen, Kinderbetreuung, aber auch Steuerreformen." Ziel sei es, private und öffentliche Investitionen zu verstärken.

Ausblick für Deutschland

Für Deutschland haben sich die Wachstumsaussichten eingetrübt. Das liegt an der flauen Konjunktur in den Ländern, die deutsche Waren kaufen. Den Prognosen zufolge wird sich das deutsche Wirtschaftswachstum 2015 und 2016 aber allmählich beleben. Die Arbeitslosenquote sieht die OECD in Deutschland stabil bei fünf Prozent.

Wachstumsfördernde Ausgaben sollten weiter erhöht werden, empfiehlt die OECD der Bundesregierung. Dabei gehe es vor allem um "Investitionen ins Bildungssystem, da Deutschland als eine alternde Volkswirtschaft ohne nennenswerte Bodenschätze" hier besonders viel gewinnen könne, so Christian Kastrop.

Auch für die Kinderbetreuung und die Verkehrsinfrastruktur solle Deutschland mehr Geld ausgeben, so die OECD. Das könnte das Wachstum kurzfristig ankurbeln und mittelbar auch die Konjunktur im Euroraum stützen.

Doch auch für die deutsche Wirtschaft bleiben erhebliche Risiken. Dazu zählt die OECD stärkere Turbulenzen an den Finanzmärkten, eine Abschwächung der Nachfrage aus dem Ausland und die geopolitischen Spannungen in Osteuropa.

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