1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Träumereien

Traumerlebnisse hat jeder, aber nicht jeder den Traummann oder die Traumfrau an seiner Seite. Traumtänzer leben in einer Traumwelt. Den Traum vom Lebensglück träumen die meisten. Bleibt er nur ein Wunschtraum?

Träume sind Schäume heißt ein deutsches Sprichwort. Mit anderen Worten: alles, was wir träumen ist bedeutungslos, oberflächlich, nicht der Rede wert. Stimmt überhaupt nicht, werden Sie sagen – und Sie haben Recht.

Aufgewühltes Seelenleben

Eine Gartenkreuzspinne im Netz

In einem Albtraum ist man gefangen wie in einem Netz

Das eben genannte Sprichwort wird gerne dann angewendet, wenn man jemanden beruhigen will, der einen Albtraum hatte. Solch ein Traumerlebnis kann einen tagelang verfolgen und sich sogar mehrfach wiederholen. Glücklicherweise gilt das auch für angenehme Träume.

Und was die Schäume angeht: die entstehen immer, wenn etwas stark in Bewegung geraten ist. Schaumkronen auf dem Meer bilden sich nur, wenn das Wasser aufgewühlt ist. Im übertragenen Sinn ist unsere Psyche – man kann auch sagen unser Seelenleben – beim Träumen ebenfalls aufgewühlt.

Traumdeuter

Ein Streichholzhäuschen

Ein mögliches Traumdeutungssymbol

Was Träume auslöst und was sie bedeuten können, hat die Menschheit seit Urzeiten interessiert. So gab es beispielsweise schon zu Beginn des zweiten Jahrtausends vor Christus ein Traumbuch des Babylonier-Königs Hammurapi. In vielen Religionen wird der Traum sogar höher bewertet als die Wirklichkeit. Er gilt als Botschaft der Götter oder Propheten. Diese Botschaften waren allerdings nicht so ohne weiteres zu entschlüsseln.

Aber es gab ja Traumdeuter, die schon im alten Orient höchstes Ansehen genossen. Und bereits im zweiten Jahrhundert nach Christus ist das möglicherweise erste Buch über Traumsymbole entstanden, das diese nicht nur aufzählt, sondern auch zu erklären versucht.

Freudsche Träumereien

Mehrere Jahrhunderte später – es wird berichtet genau am 24. Juli 1895, nachdem er in dieser Nacht von einer Patientin geträumt hatte – kam Sigmund Freud die Idee, den Traum beziehungsweise seine Interpretation zum Bestandteil der psycho-analytischen Theorie zu machen. Im Jahr 1900 erschien dann sein Buch "Die Traumdeutung".

Was auch immer man von Freuds Schriften halten mag, eins steht fest: Die Analyse von Traumbildern kann tatsächlich zum Verständnis unseres Innenlebens, des sogenannten Unbewussten beitragen. So gesehen ist der Traum keineswegs nur Trugbild oder Einbildung, auch wenn sein sprachgeschichtlicher Vorläufer, das althochdeutsche Wort troum, diese Bedeutung hat.

Alltagsträume

Ein Paar umarmt sich während eines Sonnenuntergangs am Strand

Eine Traumpaar in einer Traumsituation...

Im heute gesprochenen Alltagsdeutsch geht der Traum bemerkenswerte Verbindungen ein. Wer träumt ihn nicht, den Traum vom großen Glück? Leider bleibt er tatsächlich allzu oft ein Trugbild, ein Wunschtraum, etwas, was sich so gut wie nie erfüllt, aber dennoch voller Sehnsucht herbeigewünscht wird. Sei es im Lotto oder in der Liebe. Was sie betrifft, haben wir alle unsere Vorstellungen von der Traumfrau oder dem Traummann, natürlich nur, wenn wir sie oder ihn nicht schon gefunden haben.

Aber es gibt ja auch Träume, die sich aus eigener Kraft erfüllen lassen: Eine Traumreise, eine Traumvilla, ein Traumauto zum Beispiel. Allerdings muss man dafür im Allgemeinen schon ganz schön hart arbeiten. Es sei denn, man hat einen sehr gut bezahlten Traumjob.

Traumtänzer und der Traum in Weiß

Eine Frau übt am Strand das Gleichgewicht

Traumtänzer können schnell das Gleichgewicht verlieren

Die allerwenigsten von uns werden ihn je bekommen. Und auf gar keinen Fall jemand, den wir als Traumtänzer bezeichnen. Denn der hält schon seine Wünsche, seine Träume, für die Wirklichkeit. Das Dumme ist nur, er merkt es nicht. Er lebt in einer Traumwelt. Er oder sie – denn es gibt auch Traumtänzerinnen – würden im Traum nicht daran denken, auf den Boden der Realität zu kommen. Denn die Landung könnte sehr hart sein.

Nicht so beim Traum in Weiß. Die meisten Frauen träumen ihn nicht nur, sondern erfüllen sich ihren Lebenstraum auch. Sie heiraten in einem weißen, traumhaft schönen Brautkleid. ihren Traummann.

Von wegen: Aus der Traum!

Die Köpfe zweier schlafender Männer

Ob sie ihnen im Traum erscheint, ihre Traumfrau?

Aber, wenn der- oder diejenige noch nicht existiert? Wenn man von wohlmeinenden Freunden zu hören bekommt: Aus der Traum! Dieser Wunsch erfüllt sich nicht. Träume sind Schäume! Vielleicht erscheint er oder sie einem ja dann im Traum.

Und irgendwann, wenn man in Träumen versunken ist, steht der Traummann, die Traumfrau dann ganz plötzlich vor einem. Dann bleibt nur der ungläubige Ausruf: "Das hätte ich mir nie träumen lassen!" Aber es ist Wirklichkeit – kein Fiebertraum!

Morpheus Träumereien

So, jetzt begeben Sie sich in die Arme von Morpheus, dem griechischen Gott der Träume. Entschlummern Sie sanft zu den Takten der Träumerei. Und: Träumen Sie schön! Denn: Träume sind keine Schäume!

Fragen zum Text

Jemand, der einen Albtraum hat, …

1. sitzt in den Alpen und träumt.

2. träumt von etwas Schlimmen.

3. hat eine schlimme Vorstellung von etwas.

Ist etwas sehr schön, dann ist es …

1. traumhaft.

2. wunderlich.

3. fantasielos.

Die "Träumerei" schrieb der Komponist …

1. Schumann.

2. Schubert.

3. Beethoven.

Arbeitsauftrag
Jeder hat Träume, Wunschträume: Beschreiben Sie in einer kurzen Geschichte, was Ihr Wunschtraum ist. Begründen Sie, warum Sie gerade diesen Wunschtraum haben und wie es dazu kam.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema