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Lebensart

"Träumchen" und "Schätzchen": Berlin im Panda-Fieber

Noch bereiten sich die langersehnten Bären für die Reise vor. Ende Juni dann werden sie in einem minuziös geplanten Transport nach Berlin fliegen - und wie Staatsbesuch empfangen. Vorher bekamen sie Besuch.

"Die Pandas kommen!" heißt es in einem bildschirmausfüllenden Pop-up auf der Internetseite des Zoologischen Gartens in Berlin. Dazu ein Countdown in Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden. Die Hauptstadt ist im Panda-Fieber. Am 24. Juni soll die Frachtmaschine aus China am Flughafen Berlin-Schönefeld landen - an Bord das Pandapärchen "Träumchen" und "Schätzchen". Noch kennen sich die beiden Bären nicht, in Berlin werden sich die beiden erstmals treffen, hoffentlich lieben lernen und vielleicht sogar Nachwuchs zeugen.

Damit wird Berlin der einzige Zoo in Deutschland sein, der ein Pärchen hält. Die schwarz-weißen Bären leben in freier Wildbahn nur noch in China, sind streng geschützt. Nach Angaben der Tierschutzorganisation WWF leben noch knapp 2000 Tiere in den grünen Bambuswäldern im Südwesten des Landes. Kein Wunder, dass die Abgabe ins Ausland einem diplomatischen Akt gleicht. Waren Pandas einst Staatsgeschenke, werden sie heute aus Nachzucht als Leihgaben an Zoos in anderen Ländern gegeben. Übrigens geht es hier nicht nur um Artenschutz sondern um Symbolpolitik. So soll Chinas Botschafter Shi Mingde Ende April in Berlin betont haben, die Leihgabe sei eine Geste für die Freundschaft: "Pandabären sind Botschafter - manchmal sind sie sogar beliebter als der menschliche Botschafter."

Tierpfleger Toll und Panda-Weibchen Träumchen in Chengdu (Foto: picture-alliance/dpa)

Erstes Kennenlernen: Tierpfleger Toll und Weibchen "Träumchen" in Chengdu

Derzeit werden "Träumchen" und "Schätzchen" auf den minuziös geplanten Transport vorbereitet. Die speziellen Boxen für die Flugreise duften nach Bambus, wovon ein Panda übrigens täglich 40 Kilo verspeist, und die Tiere konnten sich bereits eingewöhnen. Lufthansa-Transportleiter Jörg Bodenröder werde der Pilot nicht ganz so steil starten und landen wie üblich, um die Pandas nicht aus der Ruhe zu bringen. Und auch der Berliner Tierpfleger "gewöhnt" sich bereits an die Neuankömmlinge. So ist Christian Toll bereits vorab nach Chengdu in Chinas südwestlicher Provinz Sichuan gereist, um die Tiere intensiv kennenzulernen. Schließlich wird er auch derjenige sein, der sich künftig um die beiden Pandas kümmern soll.

Aktives Weibchen, schläfriges Männchen

"Träumchen", chinesisch Meng Meng, ist ein vier Jahre altes Weibchen und laut Toll ein sehr aktives Tier, wie er gegenüber der "Berliner Zeitung" sagte. "Meng Meng läuft viel, ist sehr interessiert. Eine außerordentlich hübsche Bärin." Das Männchen "Schätzchen", chinesisch Jiao Qing, sei ein ruhiger Zeitgenosse. "Mein Besuch hat ihn nicht wirklich interessiert, er hat einfach weiter geschlafen."

Bauarbeiten Panda-Garden im Zoo Berlin (Foto: picture alliance/dpa/W. Kumm)

Letzte Bauarbeiten für die chinesischen Pandas

Das Panda-Pärchen soll 15 Jahre in Berlin bleiben. Sollte es Nachwuchs zeugen, was als ausgesprochen schwierig gilt, darf das Panda-Baby übrigens nur solange in der Hauptstadt bleiben, wie es auf die Mutter angewiesen ist - danach geht es ab nach China. Rund eine Millionen Euro zahlt der Berliner Zoo jährlich für die Leihgabe an China und den dortigen Panda-Schutz. In enger Abstimmung wurde vor einem halben Jahr mit dem Bau eines rund neun Millionen Panda-Geheges in Bambus-Optik mit chinesischem Tor und Kletterwald begonnen.

Berliner müssen sich bis zur offiziellen Begrüßung noch bis zum 5. Juli gedulden. Dann sollen die beiden Neuankömmlinge hinter Plexiglas auf einer Pressekonferenz begrüßt werden. Übrigens von niemand geringeren als Präsident Xi Jinping und Bundeskanzlerin Merkel, wie es aus chinesischen Regierungskreisen hieß.

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