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Politik

Tränengas gegen protestierende Mönche in Tibet

Chinas Führung bleibt bei ihrer harten Linie. Ein massives Polizeiaufgebot soll die seit zwei Tagen andauernden Proteste in Tibet niederschlagen. Der Dalai Lama spricht von einer Verschlechterung der Menschenrechtslage.

Auch in Indien demonstrierten am 12. März tibetische Exilanten. Sie planen einen sechsmonatigen Marsch bis in ihre Heimat. Die Demonstranten wenden sich gegen die Ausrichtung der Olympischen Spiele in ihrer Peking. (Foto: AP)

Auch in Indien demonstrierten tibetische Exilanten

Die chinesische Polizei geht weiter mit Gewalt gegen die Demonstrationen tibetischer Mönche vor, berichtete der Radiosender Free Asia am Mittwoch (12.03.2008): Bereits am Dienstag gingen rund 500 buddhistische Mönche in der tibetischen Stadt Lhasa auf die Straße. Sie riefen Parolen für die Unabhängigkeit Tibets und forderten die Freilassung von am Montag festgenommen Glaubensbrüdern. Die Polizei setzte Tränengas ein. Augenzeugen sprachen von tausenden bewaffneten Polizisten.

Am Montag hatte die chinesische Polizei einen Protestmarsch hunderter tibetischer Mönche anlässlich des 49. Jahrestags des missglückten Aufstands gegen China gestoppt. Dutzende Demonstranten wurden festgenommen. Kai Müller, Geschäftsführer der "International Campaign for Tibet", sprach von den massivsten Protesten seit 1989. Damals hatte die chinesische Regierung in Tibet das Kriegsrecht verhängt. "Die Festnahme friedlicher Demonstranten", sagte Müller, "ist eine Verletzung von Menschenrechten und Ausdruck der Hilflosigkeit der chinesischen Behörden." Müller forderte die EU auf, sich für die Festgenommenen einzusetzen und die chinesische Führung zur Mäßigung aufzurufen.

Peking zeigt sich empört

Der Dalai Lama am 49. Jahrestages des Aufstandes (Foto: AP)

Der Dalai Lama am 49. Jahrestages des Aufstandes

Die chinesische Regierung kritisierte international geäußerte Sympathien für tibetische Unabhängigkeitsbestrebungen: Die Tibet-Frage betreffe Chinas Souveränität und die territoriale Integrität, sagte Außenminister Yang Jiechi am Rande der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses in Peking. "Das ist keine religiöse oder ethnische Angelegenheit." Der Dalai Lama wolle China spalten, sagte Yang Jiechi. Zuvor hatte das im indischen Exil lebende tibetische Oberhaupt in deutlichen Worten China für eine Verschlechterung der Menschenrechtslage im besetzten Tibet verantwortlich gemacht. (nn)

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