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Sport

Tränen aus Bronze

Aljona Savchenko und Robin Szolkowy haben dem deutschen Olympia-Team eine weitere Medaille beschert. Die Weltmeister belegten im Paarlauf den Bronze-Rang. Mehr Grund zum Feiern hatten die Schweizer mit zweimal Gold.

Bronze für Aljona Savchenko und Robin Szolkowy (Foto: AP)

Bronze für Savchenko/Szolkowy

Die Medaillengewinner im Paarlauf: Gold für Chinas Shen Xue und Zhao Hongbo (Mi.), Silber an Pang Qing und Tong Jian (li.) Bronze für Aliona Savchenko und Robin Szolkowy (Foto: AP)

Die Medaillengewinner im Paarlauf

Drei Patzer in der Kür zu "Jenseits von Afrika" haben die Chemnitzer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy die olympische Goldmedaille gekostet. Die zweifachen Weltmeister holten nach einem Sturz des 30-Jährigen beim Doppel-Axel im Pacific Coliseum von Vancouver nur Bronze. Mit betretenen Gesichtern nahm das sächsische Duo mit Trainer Ingo Steuer die niedrige Wertung von 210,60 Punkten ohne Worte zur Kenntnis. Doch eigentlich wollte das deutsche Paar ganz oben auf dem Podium stehen - die Nerven machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. "Letztendlich war es so, dass die beiden an dem Druck zerbrochen sind", sagte die zweimalige Olympiasiegerin Katarina Witt.

Die Chinesen Shen Xue/Zhao Hongbo gewannen mit Weltrekord von 216,57 Punkten vor ihren Landsleuten Pang Qing/Tong Jian (213,31). Shen/Zhao durchbrachen die seit 1964 andauernde russische Ära im Paarlauf und gewannen das erste Eiskunstlauf-Gold für ihr Land. Nach zwei Mal Olympia-Bronze gelang nun der große Erfolg.

Noch eine Nummer zu groß war die olympische Paarlauf-Konkurrenz für Maylin Hausch aus Oberstdorf und den Essener Daniel Wende. Die deutschen Meister mussten mit dem 17. Platz zufrieden sein.

Hüfner im Rodeln auf Goldkurs

Rodlerin Tatjana Hüfner (Foto: AP)

Beste Aussichten für Tatjana Hüfner

Top-Favoritin Tatjana Hüfner liegt zur Halbzeit des Rodel-Wettbewerbs auf Goldkurs. Die 26-Jährige aus Oberwiesenthal hat einen Vorsprung von 0,050 Sekunden vor der nach dem ersten Durchgang noch führenden Österreicherin Nina Reithmayer und will in den entscheidenen beiden Läufen am Dienstag für das zweite deutsche Rodel-Gold nach Felix Loch sorgen. "Der zweite Lauf war viel besser als der Erste. Der Start ist mir viel besser gelungen, aber ein bisschen geht da noch", sagte Hüfner, die auf dem entschärften Hochgeschwindigkeitskurs nach dem ersten Durchgang nur Dritte war. Teamkollegin Natalie Geisenberger liegt auf Rang drei ebenfalls noch auf Medaillenkurs. Anke Wischnewski ist vor den Läufen drei und vier am Dienstag Fünfte. Nach dem tödlichen Unfall im Männer-Training gingen die Frauen vom Junioren-Start ins Rennen und hatten eine deutlich verkürzte Strecke zu bewältigen.

Defago ältester Abfahrts-Olympiasieger

Olympiasieger Didier Defago aus der Schweiz jubelt (Foto: dpa)

So jubeln Olympiasieger

Dass nicht immer die Favoriten am Ende ganz oben auf dem Treppchen stehen müssen, hat der Schweizer Didier Defago bewiesen. Der 32-jährige Schweizer überraschte alle Experten, schlug alle Favoriten und trug sich als bisher ältester Abfahrer in der Olympiageschichte in die Geschichtsbücher ein. "Olympiasieger klingt sehr, sehr gut", strahlte der Sieger. "Ich bin wirklich ein sehr gutes Rennen gefahren – es ist sehr schön." Defago rettete einen 0,07 Sekunden Vorsprung auf den Norweger Aksel Lund Svindal ins Ziel, Dritter wurde der US-Amerikaner Bode Miller. In dem hochspannenden Rennen musste sich auch Defagos favorisierter Teamkollege Didier Cuche geschlagen geben – er verpasste durch einen Fehler kurz vor dem Ziel eine mögliche Medaille und wurde nur Sechster. Für die Schweizer war es der erste Olympiasieg seit 22 Jahren – seit Pirmin Zurbriggen. Einziger deutscher Starter war Stephan Keppler. Bei der alpinen Königsdisziplin verpasste er sein Top-Ten-Ziel und fuhr nicht unter die besten 20.

Erstes Langlauf-Gold für die Schweiz

Ein Schweizer stand überraschend auch beim Langlauf-Wettbewerb der Männer im Mittelpunkt: Dario Cologna holte mit 24,6 Sekunden Vorsprung Gold vor dem Italiener Piller Cottrer und dem Tschechen Lukas Bauer. Es ist die erste olympische Langlauf-Goldmedaille für die Eidgenossen.

Immerhin einen Top-Ten-Platz gab es für die deutschen Starter: Tobias Angerer fuhr auf Platz sieben. "Das war mein bestes Skating-Rennen seit drei Jahren, als ich in Sapporo Bronze gewann", zeigte sich Angerer zufrieden. "Das war ein guter Einstieg in die Winterspiele, der Selbstvertrauen gibt."

Nichts zu holen gab es dagegen für die mitfavorisierten deutschen Starter Axel Teichmann und René Sommerfeld, die es nicht mal unter die ersten 30 schafften. Teichmann erlebte mit Platz 44 ein Debakel. "Ich habe überhaupt keinen Rythmus gehabt", sagte der zweimalige Weltmeister, der bei Kilometer 8,7 vom anderthalb Minuten später gestarteten späteren Olympiasieger Cologna sogar überholt worden war. "Das war mannschaftlich nicht das, was wir uns vorgestellt haben", bilanzierte Bundestrainer Jochen Behle. "Allein mit Tobi können wir zufrieden sein, er hat sich hervorragend verkauft."

Deutsche Langläuferinnen mit ordentlichem Auftakt

Evi Sachenbacher-Stehle bei dem 10 km-Lauf (Foto: dpa)

Sachenbacher-Stehle mit ordentlichem Auftakt

Das erste Langlauf-Gold in Whistler hatte sich die favorisierte Schwedin Charlotte Kalla geholt, die bereits bei ihrem Sieg im letzten Weltcup vor den Spielen ihre Topform unter Beweis gestellt hatte. Beim Auftaktrennen über zehn Kilometer kam die Schwedin bei ihrer Olympiapremiere mit 6,6 Sekunden Vorsprung vor Turn-Siegerin Kristina Smigun-Vaehi aus Estland und 15,9 Sekunden vor der Norwegerin Marit Björgen in Ziel.

Beste der vier deutschen Starterinnen wurde Evi Sachenbacher-Stehle auf Platz 12. "Das war ein guter Einstieg, Ich hoffe, dass es von Mal zu Mal besser wird", sagte die 30-Jährige. Bundestrainer Jochen Behle hatte als Ziel allerdings eine Top-Ten-Platzierung anvisiert – das misslang. "Mein Hauptrennen ist die Verfolgung. Ich hoffe, dass es da weiter nach vorn geht", sagte Sachenbacher-Stehle. Die Deutschen hatten bei Temperaturen um null Grad und optimalen Schneebedingungen lange mithalten können. Claudia Nystad landete auf Platz 16, Miriam Gössner auf Rang 21 und Stefanie Böhler wurde 23. Es war der beste deutsche Olympiaauftakt seit Calgary 1988.

Chaos-Rennen über 500 Meter der Eisschnellläufer

Mo Tae-Bum wurde Olympiasieger im Chaos-Rennen der Eisschnellläufer über 500 Meter. Der Südkoreaner gewann vor den Japanern Keiichiro Nagashima und Joji Kato. Wegen einer Panne an allen drei Eismaschinen standen die Wettkämpfe schon unmittelbar vor dem Abbruch, ehe sie nach einer 90-minütigen Zwangspause fortgesetzt wurden. Der deutsche Rekordhalter Nico Ihle kam auf Platz 18, Samuel Schwarz auf Rang 23.

Wescott erneut Olympiasieger im Snowboard Cross

Der US-Amerikaner Seth Wescott hat in einem beeindruckenden Final-Rennen seinen Olympiatitel knapp vor dem Kanadier Mike Robertson verteidigt. Dritter wurde Tony Ramoin aus Frankreich. Kanada holte damit schon die dritte Medaille am Cypress Mountain. Der einzige deutsche Starter David Speiser - immerhin Gesamtweltcup-Sechster - schaffte es zwar bis ins Halbfinale, wurde dann aber nach Platz vier im "kleinen Finale" nur Achter. Konstantin Schad war bereits in der Qualifikation gescheitert.

Autoren: Arnulf Boettcher / Olivia Fritz (sid, dpa)
Redaktion: Tobias Oelmaier

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