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Sport

Tournee-Auftakt in Oberstdorf abgebrochen

Das turbulente Winterwetter hat das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf mächtig durcheinandergewirbelt. Das Springen wurde über Stunden mehrfach verschoben und schließlich komplett abgebrochen.

Starker Wind hat erstmals in der Geschichte der Vierschanzentournee zu einem Abbruch des Auftaktspringens in Oberstdorf geführt. Böen von bis zu 50 Kilometer pro Stunde in Verbindung mit starkem Schneefall ließen über den gesamten Tag nur elf Sprünge zu, nach einem fast dreistündigen Geduldsspiel zog die Jury die Reißleine. Das Springen soll am Montag an gleicher Stelle um 17.30 Uhr nachgeholt werden.

Viel Glück hatte Marinus Kraus: Der Team-Olympiasieger verhinderte nur mit Mühe einen Sturz und musste eine Notlandung setzen. "Ich habe über eine Stunde oben gewartet. Die Jury hat immer um 15 Minuten verschoben, das ist für uns der Horror pur. Jetzt gehe ich ins Bett, heute springe ich auf keinen Fall mehr", sagte der 23-Jährige aus Oberaudorf.

Zeitvertreib mit Schokolade und Fußball

Tausende Fans im Schneesturm auf den Tribünen von Oberstdorf.

Die Fans haben trotz Schneesturm durchgehalten

Zuvor waren die Nerven von Athleten und Fans über mehrere Stunden strapaziert worden. Der für 16.30 Uhr geplante Start des Wettkampfs wurde immer wieder verschoben, Severin Freund und Co. vertrieben sich die Zeit mit Kickern, Schokolade essen und Musik hören. Um 18.00 ging dann endlich der Japaner Junshiro Kobayashi vom Bakken, doch nach elf Athleten warf die Jury das Handtuch.

Die komplette Absage eines Springens hatte es zuvor in der Tournee-Geschichte erst dreimal gegeben: 1956 wurde der Wettbewerb in Bischofshofen wegen Schneemangels gestrichen und ins nahe Hallein verlegt, 1979 musste das Neujahrsspringen auf den 2. Januar verschoben werden. Im Winter 2007/2008 gab es schließlich die erste "Dreischanzentournee": Ein Föhnsturm in Innsbruck hielt die Athleten am Boden, in Bischofshofen fanden daraufhin zwei Wettbewerbe statt.

tu (sid, dpa)

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