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Fokus Südosteuropa

Tourismus in Mazedonien verbesserungsfähig

Mazedonien ist Tourismusexperten zufolge ein Land mit guten Voraussetzungen für einen florierenden Tourismus. Allerdings wird nicht ausreichend in den Tourismus investiert, wie in Unterkunft und Infrastruktur.

Frau läuft und zieht einen Koffer hinter sich (Foto: Picutre Alliance / Okapia)

Mazedonien kann mehr Touristen gebrauchen

Die Zahl der Touristen in Mazedonien sinkt von Jahr zu Jahr. Der Tourismus macht demzufolge auch nur einen geringen Anteil des gesamten Wirtschaftsvolumens. Dies sei indes durchaus ausbaufähig, meint Touristik-Professor Zoran Tuntev: "Der Tourismuns ist in Mazedonien eine Randerscheinung. Alle, die sich aktiv damit beschäftigen sollten, sehen den Tourismus noch immer nicht als ernstzunehmenden Wirtschaftszweig." Abraham Rosental, Generaldirektor des Internationalen Hotel- und Gaststättenverbandes, sagt, Mazedonien könne auf Natur, Kulturschätze und historisches Erbe und Tradition zurückgreifen. Dies seien gute Voraussetzungen, ein gefragtes Urlaubsziel zu werden.

Der Fall Ohrid

Strand am Ohrider See, Mazedonien (Foto: DW)

Einsam und verlassen - Strand in Ohrid

Die guten Voraussetzungen allein reichten nicht aus, meint Snezana Trajkovska vom mazedonischen Fremdenverkehrsamt. "In Mazedonien fehlt es an Unterkünften", sagt Trajkovska. Für die kommende Saison sehe sie jedenfalls noch keine Besserung. Bestes Beispiel für die desolate Lage im mazedonischen Tourismus ist der wohl bekannteste und meist besuchte Urlaubsort Ohrid. Im ersten Quartal dieses Jahres waren in Ohrid alle Hotels geschlossen - nicht zuletzt wegen der internationalen Finanzkrise. Und das in einem besonderen Jahr für Ohrid. Denn Ohrid gehört seit nunmehr 30 Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dieses Prädikat sei in den vergangenen Jahren nicht gebührend beworben worden. Ebenso wenig sei mit dem diesjährigen Jubiläum geworben worden, meinen Tourismusfachkräfte.

Investitionen erforderlich

Karte ehemaliges Jugoslawien Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Kosovo und Mazedonien hervorgehoben (Grafik: DW)

Mazedonien ist meist nur Transitland

Donco Taneski, Leiter des mazedonischen Fremdenverkehrsamtes, nennt weitere Gründe für das Ausbleiben der Urlauber. "Unsere Eisenbahn ist schlecht, wir sind nicht mit den Weltmetropolen direkt verbunden. Billig-Airlines fliegen Mazedonien nicht an. Und die Preise für Flugtickets vom internationalen Flughafen in Skopje sind zwei- bis dreimal teuerer als im benachbarten Ausland", sagt Taneski. Des Weiteren bemängelt er das Straßennetz: "Es gibt keine Autobahn von Skopje nach Ohrid. Gäste, die mit dem Flugzeug in Skopje ankommen und daraufhin den Bus nach Ohrid nehmen, sind acht Stunden unterwegs. Normal, dass sie ungeduldig werden oder gar nicht erst kommen." Taneski zufolge ist es am Staat, einzugreifen und Entwicklungs- und Förderstrategien für den Tourismussektor anzubieten. Gelder fehlten für den Ausbau der Infrastruktur, aber auch für großangelegte Werbekampagnen, in denen die Vorzüge des Landes angepriesen würden.

In den vergangenen zehn Jahren sind in Mazedonien lediglich 20 Millionen Euro in den Tourismus investiert worden. Daher ist vielleicht auch zu erklären, dass der Tourismus nur zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht und nur 18.000 Beschäftigte hat. Fast die Hälfte der schätzungsweise 70.000 Touristen, die 2008 in Mazedonien nächtigen, waren nur auf der Durchreise zu Urlaubszielen im benachbarten Ausland.

Autoren: Boris Georgievski / Mirjana Dikic

Redaktion:

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