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Kultur

Tour de France 2008: Hoffentlich ohne Déjà-vu

2006 die Suspendierung der Favoriten wie Jan Ullrich, der Sieger Landis ein Doper. 2007 die Dopingaffäre um Winokurow und die Verbannung des Mannes in Gelb, Rasmussen. Hat der Tour-de-France-Alptraum nun ein Ende?

Der Dopingverdacht fährt mit

Der Dopingverdacht fährt mit

Es soll nicht schon wieder eine Tour de Farce werden. Deshalb hat der Tour de France-Veranstalter ASO (Amaury Sport Organisation) den Rennstall Astana gar nicht erst eingeladen. Das Team hatte in den vergangenen beiden Jahren mit mehreren spektakulären Fällen dafür gesorgt, dass die Tour in den Dopingsumpf geriet. Die ASO blieb in Sachen Astana hart und zerstritt sich deswegen heillos mit dem Weltverband UCI.

Der deutsche Meister Fabian Wegmann glaubt dennoch, dass der Radsport im Kampf gegen Doping auf einem guten Weg ist. "Wir werden viel häufiger im Training kontrolliert. Ich denke, das zeigt schon Wirkung." Wegmann ist einer von 16 deutschen Profis im Fahrerfeld der Tour. Er hofft auf einen Etappensieg, ebenso wie Ausreißerkönig Jens Voigt, Sprinter Gerald Ciolek oder auch Altstar Erik Zabel, der als erster Deutscher zum 14. Mal die Tour fährt. "Ich hätte natürlich auch nichts dagegen, noch einmal das Grüne Trikot anzuziehen, auch wenn es, wie 2007, nur für einen Tag wäre." Sechs Mal hat Zabel in seiner Karriere das Trikot des besten Sprinters der Tour gewonnen und ist damit der Rekordhalter.

Eine Tour ohne großen Favoriten

Tour-Gewinner Alberto Contador aus Spanien bei einer Siegerehrung während der Tour 2007. (AP Photo/Bas Czerwinski)

Der Titelverteidiger wurde nicht eingeladen: Alberto Contador

Um den Gesamtsieg fährt wahrscheinlich keiner der deutschen Profis mit. Allenfalls Markus Fothen wird ein Platz unter den besten Zehn zugetraut. Deutschlands derzeit bester Rundfahrer, Andreas Klöden, verdient sein Geld bei Astana und fehlt damit aus demselben Grund wie Vorjahressieger Alberto Contador aus Spanien.

Contador, gegen den Dopingermittlungen in seiner Heimat aus unerfindlichen Gründen eingestellt worden waren, gewann in diesem Jahr den Giro d'Italia und wäre in Frankreich als großer Favorit gestartet. "Jetzt sind wir in der Spitze breit gestreut und das macht die Tour in diesem Jahr so spannend," sagt Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer.

Als Favoriten gehandelt werden der Australier Cadel Evans, der Spanier Alejandro Valverde, der Russe Denis Mentschow, der Italiener Damiano Cunego sowie die Luxemburger Fränck Schleck und Kim Kirchen. Doch keiner von ihnen drängt sich auf.

Kein Prolog, keine Zeitgutschriften

Radfahrer im Anstieg nach Alpe d´Huez (AP Photo/Alessandro Trovati)

Die Entscheidung fällt in den Bergen, vielleicht in Alpe d´Huez

Die Veranstalter haben mit Traditionen gebrochen, um die Rundfahrt spannender zu machen. Sie strichen den kurzen Prolog als Tour-Auftakt. Wer als Erster ins Gelbe Trikot schlüpfen will, muss also gleich die erste knapp 200 Kilometer lange Etappe gewinnen. Außerdem gibt es keine Zeitgutschriften mehr für die drei Erstplatzierten jedes Renntags.

Die Tour-Macher erhoffen sich davon häufigere Führungswechsel im Gesamtklassement. Die Entscheidung über den Toursieg fällt wahrscheinlich erst in der letzten Woche, bei zwei unmittelbar aufeinander folgenden schweren Bergetappen in den Alpen.

Am 22. Juli überqueren die Fahrer das Dach der Tour, den 2800 Meter hohen Cime de la Bonnette-Restefond. Einen Tag später folgt die Königsetappe mit zwei Pässen der höchsten Kategorie und dem legendären Schlussanstieg nach Alpe d'Huez. Die Tour endet am 27. Juli nach 3560 Kilometern auf den Champs Elysees in Paris.

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