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Afrika

Toter bei Anschlag auf Fußball-Nationalteam

Ein blutiger Anschlag auf den Bus der Fußball-Nationalmannschaft Togos hat kurz vor dem Start des Afrika-Cups in Angola alle Beteiligten in einen Schockzustand versetzt. Traurige Bilanz: Ein Toter und mehrere Verletzte.

Africa Cup-Logo auf Ball (Foto: AP)

Wie der togolesische Fußball-Verband bestätigte, wurde der Busfahrer bei dem Vorfall an der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der angolanischen Provinz und Exklave Cabinda am Freitagabend (08.01.2010) erschossen. Zudem seien insgesamt neun Mitglieder des Teams - Spieler und Begleiter - verletzt worden, allerdings nicht lebensgefährlich.

"Terroristischer Akt"

Zu der Tat bekannte sich die "Befreiungsfront für die Unabhängigkeit von Cabinda" (FLEC). Der für die angolanische Unruhe-Region verantwortliche Minister Antonio Bento Bembe sprach von einem terroristischen Akt.

Thomas Dossevi vom FC Nantes schilderte den Überfall so: "Wir hatten gerade die Grenze überquert, nachdem wir die Formalitäten hinter uns gebracht hatten. Dann brach Maschinengewehrfeuer aus", sagte der 30-Jährige und fügte hinzu: "Die Angreifer waren vermummt und bis an die Zähne bewaffnet. Auf uns wurde wie auf Hunde geschossen. Wir haben für 20 Minuten unter den Sitzen gekauert. Die Polizei feuerte zurück. Es war schrecklich und ein Schock. Ich habe mich gefühlt, als ob Krieg ausgebrochen ist."

Keine Turnier-Absage

Das Team befand sich auf dem Weg vom Trainingslager im Kongo zum Spielort Cabinda, wo für Montag Togos Auftaktspiel beim Afrika-Cup (10. bis 31. Januar) gegen den deutschen WM-Gruppengegner Ghana angesetzt ist. Verängstigte Spieler forderten nach dem Vorfall die Absage des Turniers. Dies lehnte der Kontinetalverband CAF umgehend ab.

Emmanuel Adebayor (Foto: AP)

Emmanuel Adebayor

Der bekannteste Spieler der Mannschaft ist der Stürmer Emmanuel Adebayor. Er spielt für Manchester City und blieb nach Angaben seines Vereins unverletzt. Wie es dem bei Bayer Leverkusen unter Vertrag stehenden Spieler Assimiou Toure geht, ist unklar.

Der Präsident des Weltverbandes FIFA, Joseph S. Blatter, forderte vom afrikanischen Fußball-Verband einen "genauen Bericht" über den Anschlag. Schließlich ereignete sich der Vorfall nur fünf Monate vor Beginn der ersten Fußball-Weltmeisterschaft auf (süd)afrikanischem Boden.

Autor: Christian Walz (sid, dpa, afp, afp)
Redaktion: Reinhard Kleber

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