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Aktuell Amerika

Tote und Verwüstungen durch Hurrikan "Irma"

Der extrem gefährliche Hurrikan "Irma" hat in der Karibik mehrere Menschen getötet und schwere Schäden angerichtet. Während er weiter eine Schneise der Verwüstung zieht, folgen schon die nächsten Wirbelstürme.

Die Zahl der Todesopfer durch den Hurrikan "Irma" in der Karibik ist auf mindestens zehn gestiegen. Allein auf der Insel Saint-Martin kamen nach Behördenangaben mindestens acht Menschen ums Leben. Zudem wurden mindestens 21 Menschen dort verletzt, wie der Katastrophenschutz mitteilte. "Es ist eine große Katastrophe. 95 Prozent der Insel sind zerstört", sagte der Präsident des Territorialrats von Saint-Martin, Daniel Gibbs, im Radiosender RCI.

Das US-Außengebiet Puerto Rico kam wohl vergleichsweise glimpflich davon: Der Wirbelsturm zog im Norden an der Insel vorbei und bewegte sich in Richtung der Insel Hispaniola und der Bahamas. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Hurrikans betroffen sein. 

In der Dominikanischen Republik werden Sandsäcke zum Schutz vor dem Sturm gefüllt (picture-alliance/AP Photo/T.Fernandez)

In der Dominikanischen Republik werden Sandsäcke zum Schutz vor dem Sturm gefüllt

Auf der Insel Barbuda kam ein Baby ums Leben, sagte der Regierungschef von Antigua und Barbuda dem Sender ABS. Barbuda sei praktisch unbewohnbar geworden, "Irma" habe auch dort 95 Prozent aller Häuser zerstört oder beschädigt. "Es ist herzzerreißend. Die ganze Insel steht unter Wasser", sagte Gaston Browne. Auf Barbuda leben knapp 2000 Menschen. Die Insel war von dem Hurrikan der höchsten Kategorie fünf direkt getroffen worden. 

Trotz Hurrikan gesurft

Auf Barbados starb ein Jugendlicher, der während des Wirbelsturms surfte. Der 16-jährige Profi-Surfer Zander Venezia war mit anderen Wellenreitern ins Meer gestiegen, da er sich in der aufgepeitschten See spektakuläre Bedingungen erhoffte. Dabei fiel Venezia von seinem Board und erlitt im flachen Wasser an einem Riff tödliche Verletzungen. Im britischen Überseegebiet Anguilla kam ebenfalls ein Mensch ums Leben. 

Auf der französischen Insel Saint-Barthélemy, bei Urlaubern auch als Luxusinsel St. Barth bekannt, gab es schwere Schäden. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron kündigte finanzielle Hilfe an. 

Satellitenaufnahme des Wirbelsturms

Satellitenaufnahme des Wirbelsturms

In Puerto Rico suchten 4200 Menschen Schutz in Notunterkünften. Fast eine Million Menschen waren ohne Strom, 80.000 ohne Wasser, berichtete die Zeitung "El Nuevo Dia". Obwohl der Sturm nicht direkt über die Insel zog, war Puerto Rico Sturmböen von mehr als 150 Kilometern pro Stunde ausgesetzt. Bäume wurden umgerissen, es gab Schäden durch Überschwemmungen. 

"Irma" ist der schwerste jemals in der Region registrierte Sturm mit Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 290 Kilometern pro Stunde. Der Sturm bewegte sich mit 26 Kilometern pro Stunde Richtung West-Nordwest. Als nächstes sollte "Irma" nach Angaben des US-Hurrikanzentrums nördlich der Insel Hispaniola vorbeiziehen und dabei die Dominikanische Republik und Haiti passieren. Haiti, eines der ärmsten Länder der Welt, leidet noch immer unter den Folgen von Hurrikan "Matthew" im Oktober 2016, bei dem etwa 1000 Menschen starben.

Auf dem Weg zu den Bahamas

In der Nacht könnte "Irma" auf die Turks- und Caicos-Inseln, ein britisches Überseegebiet, und danach auf die südlichen Bahamas treffen. Das Hurrikan-Zentrum warnte vor Sturmfluten. Die Regierung der Bahamas ordnete die Evakuierung mehrerer Inseln im Süden der Inselkette an. Die US-Regierung beabsichtigte, Botschaftsmitarbeiter auszufliegen. 

Zerstörte Yachten in in Paraquita Bay auf den britischen Jungferninseln Reuters/Courtesy of Ron Gurney)

Zerstörte Yachten in in Paraquita Bay auf den britischen Jungferninseln

Als immer wahrscheinlicher gilt, dass "Irma" am Samstagabend (Ortszeit) auf den US-Staat Florida treffen könnte. Im Bezirk Miami-Dade, zu dem auch die Millionenstadt Miami gehört, ordneten die Behörden für Donnerstag Zwangsevakuierungen von gefährdeten Zonen an. Der Sturm könne der schlimmste werden, dem Florida je ausgesetzt gewesen sei, sagte Gouverneur Rick Scott am Mittwoch dem Sender ABC. "Ich möchte, dass jeder versteht, um was es hier geht", sagte Scott. Alle Einwohner sollten sich für drei Tage mit Wasser und Nahrungsmitteln eindecken. 

Dutzende Flüge gestrichen

Der Flughafen Orlando kündigte an, den Betrieb am Samstagnachmittag einzustellen. US-Fluglinien strichen bislang Dutzende Flüge. Mit "Irma" ist die Gefahr aber nicht vorbei: Dahinter zog Hurrikan "José" auf die Kleinen Antillen zu. Hurrikan "Katia" im Golf von Mexiko erreichte am Mittwoch Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde, wie das US-Hurrikanzentrum in Miami mitteilte. Die mexikanische Regierung gab eine Warnung heraus. 

stu/pg (afp, dpa)

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