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Europa

Tote und Verwüstung durch Sturm "Xynthia"

Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern hat das Sturmtief "Xynthia" über Westeuropa gewütet. Mehr als 50 Menschen wurden getötet, die Schäden gehen in die Millionen.

Zerstörte Ampel in Frankfurt (Foto: AP)

Zerstörte Ampel in Frankfurt

Am schlimmsten war die Lage in Frankreich. Mindestens 45 Menschen kamen bei dem Unwetter ums Leben, die meisten ertranken. Die Zahl der Opfer könne aber noch auf bis zu 50 steigen, erklärte das Innenministerium nach einer Krisensitzung. Die französische Regierung kündigte Nothilfe-Kredite und Steuererleichterungen an.

Mehrere Tote auch in Deutschland

Umgestürzter Baum in Essen (Foto: apn)

Umgestürzte Bäume blockierten viele Straßen

In Deutschland wüteten die örtlich mehr als 160 Stundenkilometer schnellen Böen vor allem in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Vier Menschen wurden von Bäumen erschlagen. Im südhessischen Biblis ertrank ein Zweijähriger, der in einen Fluss geweht wurde.

In ganz Deutschland richtete der Sturm schwere Schäden an. Orkanböen entwurzelten hunderte Bäume, deckten Dächer ab und wirbelten Gegenstände durch die Luft. Im Reiseverkehr brach Chaos aus: Züge standen still oder konnten nur mit stundenlanger Verspätung fahren, Flüge fielen aus, Straßen waren blockiert.

Extreme Verkehrsbehinderungen - Zugverkehr eingestellt

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wurde der Bahnverkehr aus Sicherheitsgründen eingestellt. Erst am frühen Montagmorgen (01.03.2010) begann die Bahn, den Verkehr nach und nach wieder aufzunehmen. Auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sollte der Bahnverkehr zu Beginn des morgendlichen Berufsverkehrs wieder anrollen.

Das Sturmtief hatte am Samstag zunächst in Spanien und Portugal gewütet. Spanische Meteorologen registrierten eine Rekord-Windgeschwindigkeit von 228 Kilometern in der Stunde. Damit übertraf "Xynthia" die 213 Stundenkilometer, die Jahrhundert-Orkan "Lothar" 1999 im Schwarzwald erreichte - den bislang höchsten Wert seit Beginn der wissenschaftlichen Wetterbeobachtung Ende des 19. Jahrhunderts.

Europäische Union kündigt rasche Hilfe an

Sturmschäden in Spanien (Foto: AP)

In Spanien wütete der Sturm zuerst

Die Europäische Kommission stellte den Opfern des schweren Sturms ihre Unterstützung in Aussicht. Die Kommission werde Hilfen für die am meisten betroffenen Länder prüfen, sagte Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Sonntagabend in Brüssel. Er bekundete seine Anteilnahme und seine Solidarität mit den Opfern.

EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek erklärte, es seien Zahlungen aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union möglich, mit denen ein Teil der Wiederaufbaumaßnahmen finanziert werden könne. Das Parlament werde über derartige Anträge auf Hilfe rasch entscheiden. Seine Solidarität gelte allen Opfern, vor allem aber jenen in den besonders schwer getroffenen Teilen Frankreichs.

Dort waren zeitweise eine Million Einwohner ohne Strom. In zahlreichen Orten in der Nähe von La Rochelle an der französischen Atlantikküste wurden Straßen überflutet. Das Wasser stand dort teilweise 1,50 Meter hoch in den Straßen.

Autor: Frank Wörner (dpa, afp)
Redaktion: Christian Walz

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